Eichenprozessionsspinner
Schädliche Raupe wieder unterwegs

Dortmund -

Vorsicht vor dem Eichenprozessionsspinner: Das warme, trockene Wetter hat in diesem Jahr die Entwicklung der Raupe mit den gefährlichen Brennhaaren begünstigt. 

Dienstag, 19.05.2020, 16:48 Uhr aktualisiert: 19.05.2020, 17:06 Uhr
Eichenprozessionsspinner sitzen in ihrem Nest auf einem Baum.
Eichenprozessionsspinner sitzen in ihrem Nest auf einem Baum. Foto: Daniel Karmann

Die Tiere haben begonnen, in den frühzeitig belaubten Eichen ihre Gespinste zu bauen und auch angefangen umherzuwandern, wie Experten nun berichten. Damit steige auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Brennhaare der Raupe durch die Luft wirbeln. Diese können beim Menschen im Fall eines Kontakts schwere Hautreizungen sowie Atembeschwerden hervorrufen.

In der Regel bereiten die abgeworfenen Härchen der Larven erst ab Juni größere Probleme. Der sonnenreiche und trockene April habe aber viele Eichen frühzeitig austreiben lassen, so dass die Larven bereits früh Futter fanden, wie Nobert Geisthoff, Waldschutzberater beim Landesbetrieb Wald und Holz, berichtete. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Nachtfalter von den Niederlanden gen Westen ausgebreitet. In den vergangenen Frühsommern sorgte er vor allem am Niederrhein, im Münsterland und vielen Ruhrgebietsstädten für Probleme.

Was man über den Eichenprozessionsspinner wissen sollte

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  • Im Münsterland breitet sich der Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr besonders aus. Der Körper der bis zu fünf Zentimeter langen Raupe ist mit gefährlichen Brennhaaren übersät. Die Raupe ist an einem schwarz-braunen Streifen auf dem Rücken zu erkennen.

    Foto: Patrick Pleul (dpa)
  • Hauptsächlich an Eichen, manchmal aber auch an Hainbuchen spinnen die Raupen ihre Nester.

    Foto: Michael Schwakenberg
  • Aus Gelegen von 100 bis 200 Eiern schlüpfen Anfang Mai kleine Larven, die bis zur Verpuppung fünf bis sechs Stadien durchlaufen. Nach der Verpuppung ist das Tier ein brauner, unscheinbarer Nachtfalter.

    Foto: Bodo Marks (dpa)
  • Im „Gänsemarsch“ gehen die Raupen auf die Suche nach Nahrung – bevorzugt Eichenblätter. Durch diese „Prozession“ sind die Tiere zu ihrem Namen gekommen.

    Foto: Peter Roggenthin (dpa)
  • Ab dem dritten Stadium entwickeln sich bei den Larven Brennhaare mit Widerhaken, die ein Nesselgift (Thaumetopoein) enthalten. Bei unmittelbarem Kontakt kann das zu Hautentzündungen führen, bei empfindlichen Menschen auch zu allergischen Reaktionen. Typische Symptome sind Juckreiz, Hautrötung und Bläschen. Die Beschwerden klingen meist nach wenigen Tagen ab.

    Foto: Bernd Schäfer
  • Wer ein Nest entdeckt, sollte es deshalb nicht anfassen, sondern eine Fachfirma mit der Entfernung beauftragen, raten Behörden.

    Foto: hbm
  • So sieht ein entferntes Nest aus. Hohe Temperaturen und wenig Regen im Mai und Juni begünstigen die Verbreitung der Raupen.

    Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Die Stadt Dortmund etwa hat sich in diesem Jahr auf einen noch stärkeren Befall als im Vorjahr vorbereitet. Vorbeugend habe man Meisenkästen installiert, weil die Vögel die Raupen auf ihrem Speiseplan haben, wie ein Sprecher mitteilte. Auch Lebendfallen würden erprobt. Zudem sollen nun mehrere Teams der Stadt beginnen, die Nester abzusaugen. Eine Raupenmelder-Hotline sei freigeschaltet, teilte die Stadt am Dienstag mit.

Das Umweltministerium Nordrhein-Westfalen hatte im Frühjahr einen Leitfaden veröffentlicht, wonach eine Kombination von Absammeln, Absaugen und dem Einsatz von Pestiziden das effektivste Verfahren im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner sei. Mehrere Kommunen und auch der Landesbetrieb Straßen.NRW haben entsprechend im Frühjahr ein Biozid versprüht, das die Raupen über ihre Nahrung aufnehmen. Kritik an dem großflächigen Einsatz kam unter anderem vom Umweltverband BUND , weil das Mittel auch andere Schmetterlinge töte. 

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