Prozesse
Bluttat in Bäckerei: Angeklagte Filialleiterin schweigt

Die Leiterin einer Bäckereifiliale soll eine Kollegin mit einem Messer lebensgefährlich verletzt haben. Laut Anklage wollte sie damit eine vorangegangene Straftat verdecken.

Freitag, 22.05.2020, 14:34 Uhr aktualisiert: 22.05.2020, 14:42 Uhr
Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand.
Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener

Hagen (dpa/lnw) - Nach einer lebensgefährlichen Messerattacke in einer Bäckereifiliale in Iserlohn hat am Freitag in Hagen der Prozess gegen die frühere Filialleiterin begonnen. Die 48-jährige Deutsche aus Hemer soll im November 2019 mit einem Fleischermesser auf eine Kollegin eingestochen haben. Laut Anklage wollte sie mit der Attacke verhindern, dass ihr zweimaliger Griff in die Kasse entdeckt werden könnte. Die Anklage lautet unter anderem auf Mordversuch.

Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass die Angeklagte an zwei Tagen im November 2019 die Tageseinnahmen der Filiale an sich nahm. Insgesamt soll es sich dabei um rund 1600 Euro gehandelt haben. Als sie angeblich kurz darauf fürchtete, dass die Tat auffliegen könnte, soll sie ihre Kollegin unter einem Vorwand in einem Abstellraum gelockt und dort mit dem Messer angegriffen haben. Das stark blutende Opfer war daraufhin über eine Treppe in den Verkaufsraum gestürzt und dort von Kunden gefunden worden.

Die 19-Jährige erlitt einen Durchstich der Bauchspeicheldrüse und eine Verletzung am Magen. Nach einer Notoperation lag sie mehrere Tage im Koma. Bis heute hat sie sich nicht von der Tat erholt. «Ich frage mich, wie ein Mensch so etwas tun kann», sagte ihr Vater am Freitag am Rande des Prozesses. «Sie hatte immer ein Herz für alle Menschen.» Die Angeklagte machte unterdessen von ihrem Schweigerecht Gebrauch. «Wir werden keine Angaben machen», erklärte ihr Verteidiger Martin Düerkop.

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