Fußball
Torchancen reichen nicht: Hoffenheim ohne Killerinstinkt

Seit Anfang Februar kein Sieg. Die riesige Europa-Chance will Hoffenheim partout nicht nutzen. Trainer Schreuder ist häufig mit der Spielweise der TSG zufrieden - aber immer seltener mit dem Resultat.

Sonntag, 24.05.2020, 12:06 Uhr aktualisiert: 24.05.2020, 12:12 Uhr
Pavel Kaderabek von 1899 Hoffenheim in Aktion gegen Gerrit Holtmann von SC Paderborn 07 (l-r).
Pavel Kaderabek von 1899 Hoffenheim in Aktion gegen Gerrit Holtmann von SC Paderborn 07 (l-r). Foto: Friso Gentsch

Paderborn (dpa) - Der Weg nach Europa war wohl selten so frei wie in dieser Saison. Um den begehrten sechsten Platz, der zur Teilnahme an der Europa League berechtigt, lieferten sich die Clubs schon vor der Corona-Pause ein echtes Schneckenrennen - und die TSG 1899 Hoffenheim ist dabei seit Februar mit ganz geringem Tempo unterwegs.

Auch am Samstag verpassten die Kraichgauer beim 1:1 beim Tabellenletzten SC Paderborn wieder eine große Chance, an die internationalen Ränge heranzurücken. «Wir müssen einfach weiter machen. Wir brauchen nicht auf die Tabelle schauen. Natürlich wollten wir hier gerne gewinnen und haben auch alles versucht», sagte Trainer Alfred Schreuder .

Seit dem 1. Februar wartet die TSG auf einen Sieg, der Corona-Neustart ist mit der 0:3-Pleite gegen Hertha und dem Punktverlust in Paderborn ziemlich misslungen. «Es war mehr drin. Ich glaube, es war trotzdem ein gutes Spiel. Ich kann den Jungs nicht viel vorwerfen, außer, dass vielleicht so ein bisschen der Killerinstinkt gefehlt hat», sagte Torhüter Oliver Baumann.

Es ist bei Hoffenheim ein schon seit Jahren und aus der Julian-Nagelsmann-Zeit bekanntes Problem: Viele Chancen erspielen, viele Chancen vergeben, sich selbst um den Lohn der eigenen Arbeit bringen. Gerade in engen Spielen fehlt der Schreuder-Elf ein Torjäger wie Vize-Weltmeister Andrej Kramaric, dessen Rückkehr aufs Feld sich nach Knie- und Sprunggelenksproblemen weiterhin verzögert.

Diesmal reichte ein Tor von Robert Skov nicht zum ersehnten Sieg, Paderborns Dennis Srbeny glich nur wenige Minuten später aus. «Ich bin natürlich nicht zufrieden mit dem Ergebnis, aber mit der Art und Weise, wie die Spieler das Spiel angegangen sind schon. Wir hatten es im ersten Teil der zweiten Halbzeit etwas schwer und sind dann wieder besser geworden», sagte der Niederländer Schreuder, der mit seinem Team in dieser Spielzeit auswärts besser unterwegs ist als im eigenen Stadion. Mit den kommenden Aufgaben (Köln, Mainz, Düsseldorf) gibt es weitere Chancen, den Kontakt zu Rang sechs zu wahren.

Hoffenheims derzeitiges Dilemma beschrieb Mittelfeldmann Sebastian Rudy besonders treffend. «Solange wir die Torchancen noch rausspielen, ist alles einigermaßen gut. Klar, die Tore müssen noch kommen, dann wäre es am besten. Solange wir die Torchancen haben, liegt es vielleicht an ein, zwei Prozent, das Ding über die Linie zu knallen», sagte der WM-Teilnehmer.

Auf den dicht getakteten Spielplan in den kommenden Wochen freut sich Rudy schon. «Ich finde Englische Wochen generell super, weil was gibt es besseres, als zu spielen? Wenn man innerhalb von drei, vier Tagen das nächste Spiel hat, kann man das alte schnell abhaken und sich auf das neue fokussieren», sagte der 30-Jährige.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7420998?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F22265%2F
Nachrichten-Ticker