Prozesse
Zu schnell gefahren: Olympiasiegerin Werth verurteilt

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die sechsfache Olympiasiegerin und neunfache Weltmeisterin Isabell Werth (50) ist wegen zu schnellen Fahrens zu einem Monat Fahrverbot verurteilt worden. Außerdem muss sie 160 Euro Geldbuße zahlen, entschied das Düsseldorfer Amtsgericht am Dienstag in Abwesenheit der berühmten Dressurreiterin (Az.: 327 Owi 256/18).

Dienstag, 26.05.2020, 14:41 Uhr aktualisiert: 26.05.2020, 14:52 Uhr
Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand.
Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener

Der Richter verwarf den Einspruch der Sportlerin gegen einen entsprechenden Bußgeldbescheid, weil die 50-Jährige nicht zur Verhandlung erschienen war. Die Verteidigerin hatte deren Fehlen mit einem Unfall begründet, bei dem sich Werth am Morgen leicht verletzt habe. Das reichte dem Richter nicht, weil ihm kein ärztliches Attest vorgelegt wurde. Die Entscheidung kann die Reiterin noch mit einer Beschwerde anfechten.

Der Wagen der 50-jährigen Reiterin war vor zwei Jahren auf der Autobahn 44 mit Tempo 147 bei erlaubten 100 Stundenkilometern «geblitzt» worden. Zunächst hatte Werths Verteidigerin angezweifelt, dass das Foto der Temposünderin tatsächlich ihre Mandantin Werth zeige. Darauf sei die Reiterin nicht wirklich zu erkennen. Außerdem bezweifelte sie, dass die Messverfahren korrekt angewendet worden seien. «Hier geht es um mein Recht», hatte Werth der dpa gesagt.

Doch ein forensischer Anthropologe hatte als Sachverständiger betont, die Ähnlichkeit der 50-Jährigen mit der Dame auf dem Foto sei groß. Nasenrücken, Mundbreite, Ohrläppchen, Haaransatz und Alter stimmten überein. Es handele sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Werth, auch wenn die Fotografierte zum Zeitpunkt der Aufnahme eine große getönte Brille auf der Nase trug.

Dennoch wurde das Verfahren erneut vertagt, weil ein weiteres Gutachten zu den Messverfahren der Tempokontrolle eingeholt werden musste. In einem Monat wäre der Verstoß verjährt gewesen. Doch mit dem Urteil sei die Verjährung nun unterbrochen, sagte eine Gerichtssprecherin.

Im vergangenen November war Isabell Werth vor dem Amtsgericht Duisburg mit ihrem Einspruch gegen ein weiteres Bußgeld in Höhe von 208 Euro und ein einmonatiges Fahrverbot gescheitert. Damals war die Sportlerin auf der A 42 mit Tempo 124 an einer Stelle geblitzt worden, an der Tempo 80 erlaubt war.

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