Prozesse
Halb verbrannte Leiche: Anklage plädiert auf Totschlag

Paderborn (dpa/lnw) - Im Mordprozess um eine halb verbrannte Leiche in Delbrück hat die Staatsanwaltschaft am Donnerstag vor dem Paderborner Schwurgericht eine Haftstrafe von achteinhalb Jahre wegen Totschlags gefordert. Der ehemalige 48 Jahre alte deutsche Pflegesohn des Opfers ist des Mordes und der schweren Brandstiftung angeklagt. Mittlerweile geht die Staatsanwaltschaft jedoch nicht mehr von einem Mord aus Habgier aus.

Donnerstag, 04.06.2020, 14:51 Uhr aktualisiert: 04.06.2020, 15:02 Uhr

Vielmehr deutet alles darauf hin, dass der 84-Jährige aus Delbrück im Oktober vergangenen Jahres im Streit um einen Vorschlaghammer zu Tode gekommen ist. Der Angeklagte beruft sich auf einen Unfall: Er habe den Hammer auf den Küchentisch geworfen, der Senior sei mit dem Kopf in die Flugbahn geraten. Die Verteidigung fordert maximal fünf Jahre wegen fahrlässiger Tötung. Ein psychiatrischer Sachverständiger erklärte, letztlich handele es sich um eine Beziehungstat. Der drogenabhängige Angeklagte sei mit dem herrischen Wesen des 84-Jährigen überfordert gewesen und habe im Affekt gehandelt. Am Dienstag (9. Juni) will das Landgericht Paderborn das Urteil verkünden.

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