Fußball
Trainerin Wübbenhorst: Fußball und Familie verbinden

Berlin (dpa) - Fußball-Profis bauen ihre berufliche Karriere aus Sicht von Trainerin Imke Wübbenhorst zumeist ausschließlich auf dem Sport auf und handeln damit anders als Frauen. Die als Coach von Regionalligist Sportfreunde Lotte tätige Wübbenhorst ist nicht verwundert darüber, dass viele international erstklassige deutsche Spielerinnen nicht den Weg ins Trainer-Geschäft einschlagen. «Frauen haben es - überspitzt gesagt - gar nicht nötig, unbedingt im Trainerbereich zu bleiben, weil sie sich ein Berufsleben aufgebaut haben», sagte die 31-Jährige im Interview der «Süddeutschen Zeitung» (Samstags-Ausgabe). Vor ihrer Fußballlehrer-Ausbildung arbeitete Wübbenhorst hatte als Gymnasial-Lehrerin für Biologie und Sport.

Samstag, 06.06.2020, 09:45 Uhr aktualisiert: 06.06.2020, 09:52 Uhr
Trainerin Imke Wübbenhorst lacht.
Trainerin Imke Wübbenhorst lacht. Foto: Daniel Karmann

«Alle Frauen, die in der Bundesliga spielen, für die es interessant wäre, dauerhaft im Fußball zu bleiben, weil das ihr Leben, ihre Passion ist, studieren nebenbei oder machen eine Ausbildung», erklärte Wübbenhorst . Bei den Männern sei das anders: «Es gibt kaum einen Regionalligaprofi, der nebenbei eine Berufsausbildung absolviert. Viele haben ihr Leben bis zum Ende der aktiven Karriere nur auf dem Fußballplatz verbracht. Sie wollen im Fußball bleiben, machen den Trainerschein, die Fußballlehrer-Ausbildung und probieren, sich in dem Metier durchzusetzen», erklärte sie.

Zudem verdiene man als Kassiererin im Zweifelsfall mehr Geld als in der Funktion als Trainerin bei manchem Verein der ersten oder zweiten Frauen-Liga. Bei den Männern locke auch die bessere Bezahlung in den Ligen. Zudem koste der Trainerlehrgang viel Geld. Wübbenhorst hatte dafür sogar ihre Wohnung aufgegeben und ihre Möbel verkauft.

Obwohl sie sich nach eigenem Bekunden dauerhaft als Trainerin durchsetzen will, spricht aus Sicht von Wübbenhorst nichts dagegen, Fußball und Familie zu verbinden. «Familie und Schwangerschaft, das wäre cool», sagte sie mit Blick auf ihre eigene Perspektive.

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