Kirmes-Ersatz
Schausteller errichten „Pop-up-Freizeitparks“

Karussell-Kick trotz Corona-Krise? Zwei temporäre Freizeitparks in Dortmund und Düsseldorf machen es möglich auch ohne Crange und Rheinkirmes. Der Aufbau der Fahrgeschäfte ist angelaufen - der Ticketverkauf auch. Auch im Münsterland ist ein Pop-up-Park geplant.

Dienstag, 16.06.2020, 10:45 Uhr
Ein nostalgisches Riesenrad "Roue Parisienne" wird auf dem Parkplatz vor der Westfalenhalle aufgebaut.
Ein nostalgisches Riesenrad "Roue Parisienne" wird auf dem Parkplatz vor der Westfalenhalle aufgebaut. Foto: Bernd Thissen

Dortmund/Düsseldorf (dpa/lnw) - In Dortmund und Düsseldorf entstehen derzeit jeweils große temporäre Freizeitparks auf dem Messegelände. Sowohl in der westfälischen als auch der rheinischen Metropole wollen die Schausteller mit dem Konzept zum Start der Sommerferien ihre herben Verluste durch den Wegfall großer Jahrmärkte in der Corona-Krise ein wenig ausgleichen. In beiden Städten läuft der Aufbau der großen Fahrgeschäfte bereits auf Hochtouren.

Anders als bei großen Volksfesten wie der Düsseldorfer Rheinkirmes oder der Cranger Kirmes in Herne, die wegen der Ansteckungsgefahr abgesagt wurden, darf man nur mit Ticket auf das Gelände. So sollen die Besucherströme gelenkt und klein gehalten werden. Auch in Ibbenbüren (Kreis Steinfurt) ist ein temporärer Freizeitpark geplant.

Tagestickets in Dortmund für 34 Euro 

Rund um die Dortmunder Westfalenhallen wächst zur Zeit auf mehr als 60 000 Quadratmetern der Freizeitpark „FunDomio“. 30 Attraktionen vom Riesenrad über die Wildwasserbahn bis zum Kinderkarussell stehen ab dem 25. Juni einen Tag lang unbegrenzt dem Besucher offen, der vorab ein Ticket gelöst hat. Kostenpunkt: 34 Euro für einen Erwachsenen, günstiger wird es für Frühbucher, Kinder oder Senioren.

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Vor der Westfalenhalle wird ein nostalgisches Riesenrad aufgebaut. Foto: dpa

Patrick Arens , Vorsitzender des Dortmunder Schaustellervereins Rote Erde, wirbt in einem Werbeclip in den sozialen Medien für das weitläufige Gelände, auf dem man sich unbeschwert bewegen könne. Regulär sei dort Platz für 50.000 Menschen. In den „Pop-up-Park“ dürfen aber höchstens 5000 Besucher. „Ich glaube ihr habt noch nie soviel Platz gehabt, um so viel Freude zu haben“, sagte Arens. 

Düsseldorf: Zwei-Stunden-Tickets und jede Fahrt zusätzlich

Schausteller rund um den Düsseldorfer Riesenrad-Betreiber Oscar Bruch realisieren ab dem 26. Juni ein ganz ähnliches Konzept auf dem Messegelände der Landeshauptstadt. Einen Monat lang locken mehr als 20 Fahrgeschäfte sowie Buden und ein Showprogramm zur Sommerkirmes ins „Düsselland“. Auch hier werden die Besucherströme durch Vorabtickets gelenkt und begrenzt: Anders als in Dortmund ist der Besuch auf zwei zuvor festgelegte Stunden begrenzt, die man für 8 bis 10 Euro je nach Wochentag buchen kann.

Dazu kostet jede Karussell-, Riesenrad- oder Achterbahnfahrt einen Betrag zwischen 2 und 5 Euro. „Besondere Zeiten verlangen besondere Maßnahmen - und leider verursachen diese Maßnahmen oft auch Mehraufwand und zusätzliche Kosten“, erklären die Veranstalter auf ihrer Internetseite. 

Freier Eintritt ins „Ibbi-Land“

Auch in Ibbenbüren, im Norden des Münsterlandes soll es einen Kirmes-Park geben, das „Ibbi-Land“. Noch fehlt aber die Genehmigung. Geplant ist, dass das Freizeitvergnügen Anfang Juli auf dem Gelände der ehemaligen Großraumdiskothek Aura (Maybachstraße) in der Nähe der A 30 beginnt. Auf 2,7 Hektar sollen unter anderem Riesenrad, Wildwasser- und Achterbahn Besucher anlocken. Einbahnstraßensystem, Abstandsmarkierungen und eine Besucherobergrenze sollen das Infektionsrisiko minimieren. Im Unterschied zu den großen Pop-up-Parks in Dortmund und Düsseldorf soll der Eintritt zum Park in Ibbenbüren frei sein. Geplant ist stattdessen ein Mindestverzehr beziehungsweise Mindest-Karussell-Eintritt von zehn Euro.

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