Landtag
Loveparade: Hannelore Kraft redet erstmals wieder im Landtag

Zehn Jahre sind seit der Loveparade-Tragödie in Duisburg vergangen. Zum Jahrestag springt Ex-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft über ihren eigenen Schatten. Erstmals seit langem tritt sie wieder im Landtag auf. Kraft hat eine besondere Verbindung zu der Tragödie.

Donnerstag, 25.06.2020, 07:43 Uhr aktualisiert: 25.06.2020, 07:52 Uhr
Hannelore Kraft (SPD) faltet ihre Hände zusammen.
Hannelore Kraft (SPD) faltet ihre Hände zusammen. Foto: Roland Weihrauch

Düsseldorf (dpa/lnw) - Zum Gedenken an den zehnten Jahrestag der Loveparade-Katastrophe hält Ex-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ( SPD ) am heutigen Donnerstag (10.00 Uhr) erstmals seit ihrer Wahlniederlage 2017 wieder eine Rede im Landtag. Die einstige Regierungschefin (59) ist einfache Abgeordnete im nordrhein-westfälischen Parlament. Auch Ministerpräsident Armin Laschet ( CDU ) wird nach Angaben der Staatskanzlei beim Loveparade-Gedenken der Fraktionen reden.

Bei der Loveparade am 24. Juli 2010 starben in Duisburg 21 Menschen im Gedränge, mehr als 650 Menschen wurden verletzt. Kraft war erst wenige Tage vor der Katastrophe Ministerpräsidentin geworden. Die Tragödie hatte sie seinerzeit menschlich tief getroffen, auch ihr Sohn war in dem Gedränge gewesen. Er blieb aber unverletzt. Kraft hatte den Angehörigen der Opfer Beistand geleistet und auf Trauerfeiern Trost gespendet. Dies trug maßgeblich zu ihrem Image als «Kümmerin» bei.

Die Fraktionen von CDU, SPD, FDP und Grünen wollen anlässlich des Jahrestags einen Antrag für bessere Hilfen für die Opfer einbringen. Sie fordern die Einrichtung eines ergänzenden Hilfsfonds und einen zusätzlichen Fonds für Opfer von Katastrophen und Gewalttaten in NRW. Zudem fordern die Fraktionen weitere Expertenberatungen über die Sicherheit bei Großveranstaltungen und das Aufarbeiten von Unglücksfällen.

«Wir sind es den Opfern und den Angehörigen schuldig, nicht zu vergessen», heißt es in dem fraktionsübergreifenden Antrag. «Der zehnte Jahrestag sollte Anlass sein, innezuhalten und den Opfern zu gedenken sowie weitere Lehren aus dem Unglück zu ziehen.»

Außerdem befasst sich der Landtag am Donnerstag in einer Aktuellen Stunde mit den Schließungen bei Karstadt/Kaufhof. Ferner soll ein zweiter Nachtragshaushalt zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie verabschiedet werden. Der Landtag will zudem den ersten Satz der Landesverfassung ändern und um den Europa-Bezug Nordrhein-Westfalens ergänzen. Den ursprünglichen Worten «Nordrhein-Westfalen ist ein Gliedstaat der Bundesrepublik Deutschland» soll die Passage «und damit Teil der Europäischen Union» folgen. Das sieht ein gemeinsamer Gesetzentwurf von CDU, SPD, FDP und Grünen vor.

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