Konflikte
Ermittler nehmen zwei mutmaßliche Kriegsverbrecher fest

Karlsruhe (dpa) - Der Generalbundesanwalt hat zwei Syrer festnehmen lassen, die 2012 an der Hinrichtung eines Oberstleutnants der syrischen Regierungstruppen beteiligt gewesen sein sollen. Die Männer stünden unter dem dringenden Verdacht, ein Kriegsverbrechen begangen zu haben, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Montag mit. Die Beschuldigten wurden demnach am Morgen in Naumburg in Sachsen-Anhalt und Essen gefasst, auch ihre Wohnungen dort wurden durchsucht.

Montag, 13.07.2020, 14:34 Uhr aktualisiert: 13.07.2020, 14:42 Uhr
"Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof" steht auf einem Schild am Eingang zum Gebäude der Bundesanwaltschaft.
"Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof" steht auf einem Schild am Eingang zum Gebäude der Bundesanwaltschaft. Foto: Christoph Schmidt

Der Oberstleutnant wurde den Angaben zufolge am 10. Juli 2012 in dem Bürgerkriegsland getötet. Einer der Männer soll den gefesselten und schwer misshandelten Gefangenen auf dem Weg zum Hinrichtungsort bewacht haben. Der zweite soll die Erschießung für Propaganda gefilmt und «in verherrlichender Art und Weise» kommentiert haben. Die Ermittler bringen beide Festgenommenen mit der Terrormiliz Al-Nusra-Front in Verbindung, den einen als Mitglied, den anderen als Unterstützer. Das Alter der Männer wurde nicht mitgeteilt.

Die Al-Nusra-Front war der syrische Ableger des Terrornetzwerkes Al-Kaida . Die Gruppe benannte sich später in Fatah al-Scham um.

Beide Männer wurden noch am Montag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) vorgeführt und befinden sich inzwischen in Untersuchungshaft. Die weiteren kriminalpolizeilichen Ermittlungen leitet das Landeskriminalamt Baden-Württemberg.

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