Umwelt
Pinkwart: NRW übertrifft CO2-Ziele, Verkehr hinkt hinterher

Bei der Minderung von Treibhausgasen kommt NRW laut Landesregierung in großen Schritten voran. Industrie und Energiewirtschaft seien «Innovationstreiber». Wie es mit dem Ausbau der Windenergie in NRW weitergehen soll, verrät der Wirtschaftsminister noch nicht.

Montag, 13.07.2020, 14:44 Uhr aktualisiert: 13.07.2020, 14:52 Uhr
Andreas Pinkwart (FDP), Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen.
Andreas Pinkwart (FDP), Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen. Foto: Marcel Kusch

Düsseldorf (dpa/lnw) - Nordrhein-Westfalen hat die gesetzlich fixierten Ziele zur Minderung klimaschädlicher Treibhausgase laut Regierung weit übertroffen. Der Verkehrssektor hat allerdings - im Gegensatz zu Industrie und Energiewirtschaft - kaum dazu beigetragen. Das berichtete NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Montag in Düsseldorf.

Erstmals sei es NRW nach vorläufigen Berechnungen des Landesumweltamts (LANUV) für 2019 gelungen, eine zweistellige CO2-Minderung im Jahresverlauf zu erreichen und im Langzeitvergleich sogar die bundesweite Reduktionsquote zu toppen. «Wir treten beim Klimaschutz in Nordrhein-Westfalen jetzt in eine ganz neue Dimension ein», unterstrich der Minister.

Im vergangenen Jahr habe NRW die CO2-Emissionen im Vergleich zu 2018 um 13 Prozent gesenkt. Im Vergleich zu 1990 sei der Ausstoß um 38 Prozent gefallen - bundesweit nur um rund 35 Prozent.

«Die Minderung übersteigt die für das Jahr 2020 gesetzlich festgelegte Reduzierung von 25 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 bei weitem», unterstrich Pinkwart. Insgesamt seien nach vorläufigen Zahlen des LANUV im vergangenen Jahr 227 Millionen Tonnen CO2 in NRW emittiert worden. 1990 seien es noch 368 Millionen Tonnen gewesen.

Die Energiewirtschaft habe von 2018 auf 2019 ein Minus von etwa 21 Prozent geschafft. Ursächlich hierfür seien der erhebliche Rückgang der Kohleverstromung bei gleichzeitigem Aufstocken der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Da NRW bis 2030 die Hauptlast bei der Stilllegung der deutschen Braunkohlekraftwerke trage, werde dies weiterhin zu deutlich sinkenden Treibhausgasemissionen führen, sagte Pinkwart.

Im Industriesektor sei für die Jahresbilanz 2019 nur eine leichte Verbesserung gegenüber 2018 zu erwarten. Seit 1990 sei hier aber eine Verminderung um 42 Prozent erreicht worden.

«Der Mobilitätssektor bietet noch großes Potenzial», umschrieb der stellvertretende Ministerpräsident die dürftige Entwicklung in diesem Bereich. Von 2018 auf 2019 müsse sogar eine Emissionssteigerung um zwei Prozent angenommen werden. Seit 1990 sei der CO2-Ausstoß in NRW gerade einmal um acht Prozent gesunken.

Die schwarz-gelbe Landesregierung werde aber Tempo machen, damit die Bürger Elektromobilität künftig einfacher nutzen könnten, kündigte Pinkwart an. Bis 2022 sollten alle E-Autofahrer in NRW alle zehn Kilometer eine Ladestation anfahren können.

Bis dahin werde das Angebot an öffentlich zugänglichen Ladepunkten von derzeit 8200 auf 12 000 erhöht. Gleichzeitig solle sich die Zahl der privaten Stationen auf 20 000 verdoppeln. «Ziel ist, dass E-Autofahrer zuhause oder bei ihrem Arbeitgeber laden können, damit Elektromobilität eine echte Alternative wird.»

Pinkwart kündigte zudem an, er werde «zeitnah eine Lösung für einen akzeptanzsichernden Ausbau der Windenergie vorlegen». Klar sei aber, dass der Bedarf ohne die Energie von den windstarken Küsten nicht zu decken sei. Darüber hinaus stelle NRW für den Ausbau seines «riesigen Photovoltaik-Potenzials» zusätzlich 55 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Entwicklung der CO2-Emissionen in NRW widerlege Teile der Klimaschutzbewegung, die in Wachstumsbarrieren Fortschritte sähen, bilanzierte Pinkwart. So sei der Ausstoß von Treibhausgasen in NRW von 1990 bis 2018 um 29 Prozent gesunken und die Wirtschaft gleichzeitig um rund 34 Prozent gewachsen. «Industrie und Energiewirtschaft haben sich zu Problemlösern und Innovationstreibern für nachhaltiges Wirtschaften entwickelt», sagte der FDP-Politiker.

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