Wirtschaft
Immobilienkonzern LEG wagt sich in andere Bundesländer

In NRW ist der Immobilienkonzern LEG der größte Vermieter. Doch für weiteres Wachstum reicht der heimische Markt nicht mehr. Der Konzern nimmt deshalb jetzt andere Bundesländer ins Visier.

Freitag, 07.08.2020, 15:59 Uhr aktualisiert: 07.08.2020, 16:12 Uhr
Ein Logo der LEG Immobilien AG ist an einem Wohnungsgebäude zu sehen.
Ein Logo der LEG Immobilien AG ist an einem Wohnungsgebäude zu sehen. Foto: Ina Fassbender

Düsseldorf (dpa/lnw) - Der bisher weitgehend in Nordrhein-Westfalen aktive Immobilienkonzern LEG will stärker in andere Bundesländer expandieren. Wohnungskäufe im Ausland schließt Unternehmenschef Lars von Lackum aber aus. «Unser Fokus ist Deutschland», sagte er am Freitag bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2020. Die LEG ist nach Vonovia und der Deutschen Wohnen die Nummer 3 unter den börsennotierten Immobilienkonzernen in Deutschland. Sie vermietet rund 145 000 Wohnungen.

Einen ersten größeren Schritt in andere Bundesländer hat die LEG in diesem Jahr mit dem Kauf von 7500 Wohnungen in Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz unternommen. Damit liegen jetzt rund 8 Prozent aller LEG-Wohnungen außerhalb von Nordrhein-Westfalen. Vor zwei Jahren waren es nur 1 Prozent. Für weitere Zuläufe habe die LEG «Luft nach oben», sagte von Lackum. Dabei ziele man auf stabile und wachsende Märkte wie beispielsweise Universitätsstädte. Interessant seien aber nur Bestände mit mindestens 1000 Wohneinheiten.

Die LEG konzentriert sich auf Wohnungen im Mietniveau unter dem der Konkurrenten Vonovia und Deutsche Wohnen. Die Durchschnittsmiete pro Quadratmeter habe im 2. Quartal 5,90 Euro betragen, das liege etwa um 1 Euro unter der Durchschnittsmiete bei Vonovia, sagte von Lackum. Etwa ein Viertel des LEG-Bestands sind preisgebundene Sozialwohnungen.

Durch Zukäufe und höhere Mieten ist der operative Gewinn der LEG im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 16,6 Prozent auf 100,6 Millionen Euro gestiegen. Zum Mietanstieg von 2,6 Prozent trugen auch maßgeblich Modernisierungen bei. LEG gab von April bis Juni für Modernisierungen rund 40 Prozent mehr aus als ein Jahr zuvor. Vermieter dürfen einen Teil der Kosten für energetische Maßnahmen wie etwa neue Fenster oder Dämmungen der Fassade auf die Mieter umlegen.

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