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Laschet gegen zweiten Corona-Lockdown

Naumburg/Düsseldorf (dpa) - Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen hat sich Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) gegen eine zweite Stilllegung des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens wie im Frühjahr ausgesprochen. Ein weiteres Mal das ganze Land herunterzufahren, könne «nicht die Lösung» sein, sagte Laschet am Sonntag nach einem Treffen mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) in Naumburg. «Es war damals richtig, aber für die Zukunft brauchen wir gezieltere regionale abgestimmte Maßnahmen.» Ein Lockdown richte auch Schäden wie Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und Insolvenzen an.

Sonntag, 09.08.2020, 17:13 Uhr aktualisiert: 09.08.2020, 17:22 Uhr
Armin Laschet, der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.
Armin Laschet, der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Foto: Rolf Vennenbernd

Zugleich rechtfertigte Laschet die bundesweite Stilllegung vom März. Mit dem Wissen von damals sei das richtig gewesen. Ein Szenario wie in der italienischen Stadt Bergamo, wo Krankenhäuser angesichts der hohen Zahl der Corona-Infizierten überfordert waren, habe damals verhindert werden müssen.

Laschet bewirbt sich im Dezember für den CDU-Bundesvorsitz und gilt damit auch als potenzieller Kanzlerkandidat. In der Corona-Krise waren seine Umfragewerte stark gesunken. Laschet verwies immer wieder darauf, dass zwischen den Corona-Schutzmaßnahmen und Einschränkungen der Grundrechte abgewogen werden müsse. Dies hatte dem NRW-Regierungschef den Ruf eines «Lockerers» eingetragen.

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