Unwetter
Gewitter in NRW: über 180 Feuerwehr-Einsätze im Kreis Steinfurt

Münsterland/Düsseldorf -

Teils schwere Unwetter sind am Donnerstagnachmittag und in der Nacht zu Freitag über Teile Nordrhein-Westfalens gezogen. Heftige Regengüsse kamen vom Himmel herunter. Im Münsterland waren hiervon vor allem die Kreise Steinfurt und Borken betroffen. 

Freitag, 14.08.2020, 09:14 Uhr aktualisiert: 14.08.2020, 11:27 Uhr
Im Burgsteinfurter Ortsteil Hollich war im Dachstuhl eines Bauernhofes ein Dachstuhl in Brand geraten.
Im Burgsteinfurter Ortsteil Hollich war im Dachstuhl eines Bauernhofes ein Dachstuhl in Brand geraten. Foto: Jens Keblat

Ab 21 Uhr war die Feuerwehr im Kreis Steinfurt am Donnerstagabend im Dauereinsatz: Bis zirka 23.30 Uhr mussten die Rettungskräfte zu rund 180 Einsätzen ausrücken. Die großen Regenmengen, die sich über das Kreisgebiet ergossen hatten und von Sturm und Gewitter begleitet worden waren, sorgten für überflutete Keller und Straßen.

Auch ins Erdgeschoss der Polizeiwache in Ibbenbüren drang das Wasser ein, sodass die Feuerwehr auch hier tätig werden musste. Zudem gab es zwei Brandalarmierungen: Vermutlich ein Blitzeinschlag sorgte gegen 21.50 Uhr für einen Dachstuhlbrand auf einem Bauernhof im Burgsteinfurter Ortsteil Hollich. Menschen wurden durch das Feuer nicht verletzt, es entstand nach erster Schätzung der Polizei ein Sachschaden in Höhe von etwa 200.000 Euro. Einen weiteren Brandeinsatz hatte die Feuerwehr in Burgsteinfurt. Hierzu lagen am Freitagmorgen noch keine näheren Informationen vor.

Blitzeinschlag in Hollich

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  • Offensichtlich durch einen Blitzeinschlag ist in Steinfurt Hollich ein Wohngebäude in Brand geraten

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  • Alle Bewohner brachten sich unmittelbar in Sicherheit.

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  • Die Feuerwehr musste sich durch den Starkregen und über teils überflutete Straßen zum Einsatzort kämpfen.

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  • Die Brandbekämpfung wurde zu einem langwierigen und kräftezehrenden Einsatz, bei dem ein Feuerwehrmann Kreislaufprobleme erlitt.

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  • Das Feuer hatte sich „genau zwischen Innen- und Außendämmung“ ausgebreitet.

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  • Der Brand ereignete sich in einer ehemaligen Scheune, die vor fünf Jahren sehr aufwendig zu einem Doppelhaus restauriert und umgebaut wurde.

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  • Für die Brandbekämpfung wurden laut Feuerwehr nicht nur viele Dachziegel abgetragen, sondern von innen auch ein Großteil der Innendämmung.

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  • Das Haus ist erheblich beschädigt worden.

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  • Nach ersten vorsichtigen Schätzungen beträgt der Schaden etwa 200.000 Euro.

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  • Insgesamt mussten die Feuerwehren im Kreis Steinfurt am Donnerstagabend unwetterbedingt zu 180 Einsätzen ausrücken.

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Das starke Unwetter, das schwerpunktmäßig über das westliche und nördliche Münsterland hinweggezogen war, sorgte am frühen Donnerstagabend in Raesfeld im Kreis Borken ebenfalls für viele vollgelaufene Keller, berichtet die "Borkener Zeitung". So musste die Feuerwehr zu knapp 60 Einsatzstellen fahren. Gegen 21 Uhr beruhigte sich die Wetterlage im Ort.

Überwiegend verschont geblieben sind vom Unwetter die Kreise Warendorf und Coesfeld sowie Münster - laut Auskunft der Polizeibehörden liefen bei den zuständigen Leitstellen hierzu keine Einsatzalarmierungen am Donnerstagabend beziehungsweise in der Nacht ein.

Oberleitung der Bahn wurde abgerissen

In Detmold meldete die Feuerwehr in der Nacht etwa 50 Einsätze wegen überfluteter Straßen, vollgelaufener Keller und umgestürzter Bäume. Ein Baum sei auf eine Oberleitung einer Bahnstrecke zwischen Detmold und Lage (Kreis Lippe) gestürzt und habe die Oberleitung abgerissen, teilte die Feuerwehr mit. Die Sperrung der Strecke dauere am Freitagmorgen noch an, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn.

In Grevenbroich (Rhein-Kreis Neuss) habe der Starkregen am Donnerstagabend ebenfalls zu vielen Feuerwehreinsätzen geführt, sagte ein Sprecher am Freitag. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartete auch am Freitag teils starke Unwetter in Teilen Nordrhein-Westfalens.

 

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