Anja Karliczek
Ministerin räumt Fehler im Standortverfahren für Batteriefabrik ein

Münster/Ulm/Stuttgart -

Angesichts der Kritik an der Standortvergabe einer geplanten Batterieforschungsfabrik in ihre Heimatregion hat Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) Fehler in dem Verfahren eingeräumt. «Dieses Verfahren hatte Defizite. Und ja, wir haben Fehler gemacht», sagte die CDU-Politikerin den Blättern «Stuttgarter Nachrichten» und «Stuttgarter Zeitung» (Freitag).

Donnerstag, 27.08.2020, 19:09 Uhr aktualisiert: 27.08.2020, 21:23 Uhr
Anja Karliczek (CDU), Bundesforschungsministerin.
Anja Karliczek (CDU), Bundesforschungsministerin. Foto: Bernd von Jutrczenka

Das Bundesforschungsministerium hatte im Sommer vergangenen Jahres entschieden, dass eine mit rund 500 Millionen Euro geförderte Batterieforschungsfabrik bis 2022 in Münster entstehen soll. Karliczek kommt aus dem nahe gelegenen Ibbenbüren.

Vor allem aus Baden-Württemberg gab es daraufhin massive Kritik daran, dass der Zuschlag für die Fabrik an Münster ging und nicht zum Beispiel an Ulm, wo schon seit einigen Jahren an der Entwicklung leistungsstarker Batterien für Elektrofahrzeuge geforscht wird. Die Ministerin hatte die Entscheidung verteidigt und betont, dass sie auf die Standortwahl keinerlei Einfluss genommen habe.

Entscheidung pro Münster gerechtfertigt

Karliczek sagte jetzt: «Selbstkritisch müssen wir einräumen, dass es von außen den Anschein haben konnte, nicht alle Wettbewerber seien mit den gleichen Informationen insbesondere zu Grundstück und Gebäude versorgt worden.» Das habe zwar nie in der Absicht des Hauses gelegen. «Aber natürlich müssen wir uns den Schuh anziehen, dass wir da Angriffsfläche geboten haben.»

Ungeachtet dessen sei die Entscheidung pro Münster richtig gewesen. Münster habe das «exzellenteste unter mehreren sehr guten» Konzepten gehabt.

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