Polizisten
300 Euro Zuschlag für „Höllenjob“

Düsseldorf -

Es soll ein Zeichen der Anerkennung sein: Polizisten und Tarifbeschäftigte der Polizei, die mit der Auswertung von Videos und Fotos zur Aufklärung von sexuellem Kindesmissbrauch beitragen, sollen künftig eine Erschwerniszulage von 300 Euro im Monat erhalten.

Freitag, 28.08.2020, 09:30 Uhr aktualisiert: 28.08.2020, 10:44 Uhr
Polizisten: 300 Euro Zuschlag für „Höllenjob“
Foto: dpa

Es soll ein Zeichen der Anerkennung sein: Polizisten und Tarifbeschäftigte der Polizei, die mit der Auswertung von Videos und Fotos zur Aufklärung von sexuellem Kindesmissbrauch beitragen, sollen künftig eine Erschwerniszulage von 300 Euro im Monat erhalten. Im Landtag signalisierten am Donnerstag alle Fraktionen Zustimmung zu einem entsprechenden Antrag von CDU und FDP. Beschlossen wird die Zulage aber erst am Ende des Beratungsverfahrens. Die Landesregierung muss dafür zudem auch das Einverständnis der Länder-Tarifgemeinschaft einholen.

Redner aller Fraktionen zollten den Ermittlern großen Respekt für ihre Arbeit. Dem sexuellen Missbrauch müsse ein Riegel vorgeschoben werden, sagte FDP-Innenpolitiker Marc Lürbke: „Das sagt sich an diesem Pult vielleicht leichter, als wenn man an einem Auswertungsplatz sitzt und Tag für Tag die Missbrauchsdarstellungen ansehen muss.“ Das sei für die Betroffenen ein „Höllenjob“.

Die Ermittler könnten die Bilder und Taten nicht – wie ihre Mitmenschen – verdrängen, sondern müssten sich ihnen stellen, erinnerte sein SPD-Kollege Andreas Bialas. „Die Ermittler müssen den Schutzmechanismus der eigenen Psyche überwinden, um die Bilder anzusehen“, beschrieb die Grünen-Innenexpertin Verena Schäffer deren schwere Arbeit. Nur so könnten sie Opfer aus ihrer Lage befreien und Tatorte identifizieren.

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