Fußball
Laschet pocht auf einheitliche Regeln für Bundesliga-Spiele

Düsseldorf (dpa/lnw) - Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) pocht auf eine gesamtdeutsche Lösung für Spiele mit Zuschauern in der Fußball-Bundesliga. In Düsseldorf kritisierte er am Freitag unfaire Sonderwege. Unter anderen hatte RB Leipzig von den örtlichen Behörden die Erlaubnis erhalten, das erste Saison-Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 vor bis zu 8500 Zuschauern zu bestreiten.

Freitag, 04.09.2020, 13:48 Uhr aktualisiert: 04.09.2020, 14:02 Uhr

«Natürlich ist das eine Wettbewerbsverzerrung, wenn in einem Stadion 8000 Zuschauer sind und man einen Heimvorteil hat, und in einem anderen spielt man vor leeren Rängen», sagte Laschet . «Man braucht in Deutschland vergleichbare Regeln.» Die Deutsche Fußball Liga (DFL) habe nun die Aufgabe, faire Lösungen für alle 18 Vereine zu erarbeiten. «Es ist jetzt schon ungut, dass eine Stadt es anders machen will», kritisierte Laschet.

«Der Fußball hat eine große Signalwirkung», betonte er. Die Landesregierung sei aber auch im Gespräch mit anderen großen Sportverbänden. «Mir liegt vor allem der Amateursport am Herzen», sagte Laschet. In wenigen Tagen starte die Regionalliga, für die derzeit generell die 300-Zuschauer-Obergrenze gelte. «Viele Regionalligavereine bekommen keine Fernsehgelder», stellte er fest. Die Frage, wie Zuschauereinhamen für ihren Sport zu sichern seien, sei ebenso wichtig wie die Frage, ob die Bundesliga wieder vor Zuschauern spielen könne.

Die Lösungen, die das Land mit den Sportvereinen suche, müssten angepasst sein an die Sportart. Die zugelassene Zuschauerzahl sei ins Verhältnis zu setzen zur Größe der Stadien, den möglichen Abständen auf einer bestimmtem Fläche und zur Anzahl der Ausgänge. Er könne derzeit nicht sagen, wann eine Lösung auf dem Tisch liege. Die Richtlinien für die kleineren Vereine seien - unabhängig von der Lösung für die Bundesliga - auf Landesebene zu finden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten zuletzt entschieden, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die bis Ende Oktober Regelungen für den Umgang mit Zuschauern im Sport vorlegen soll. «Es kann auch das Ergebnis sein: Wir machen keine Fußball-Spiele mit Zuschauern», sagte Laschet.

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