Steuern
Kommunen in NRW drehen häufig an der Steuerschraube

Stuttgart/Düsseldorf (dpa/lnw) - Viele Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen haben auch im vergangenen Jahr an der Steuerschraube gedreht. Jede vierte Kommune erhöhte 2019 den Hebesatz der Grundsteuer B. Bundesweit haben das nur neun Prozent aller Kommunen getan, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Analyse der Beratungsgesellschaft EY hervorgeht. Mit Aufschlägen bei der Gewerbesteuer waren die NRW-Kommunen zurückhaltender. Hier hat nur etwa jede Sechste im vergangenen Jahr den Hebesatz erhöht.

Donnerstag, 17.09.2020, 08:08 Uhr aktualisiert: 17.09.2020, 08:22 Uhr
Ein Reihenhausbesitzer hält einen Grundbesitzabgabenbescheid der Stadt in der Hand.
Ein Reihenhausbesitzer hält einen Grundbesitzabgabenbescheid der Stadt in der Hand. Foto: Frank Rumpenhorst

Grund- und Gewerbesteuer sind wichtige Einnahmequellen für Städte und Gemeinden und können von ihnen selbst über die sogenannten Hebesätze festgelegt werden, mit denen der sogenannte Steuermessbetrag multipliziert wird. Die Gewerbesteuer müssen Unternehmen zahlen - wie hoch sie ist, ist auch ein wichtiger Standortfaktor. Die Grundsteuer B wird auf bebaute und bebaubare Grundstücke erhoben und wird von Eigentümern bezahlt oder auf die Mieter umgelegt.

Bei der Grundsteuer B waren die NRW-Kommunen mit durchschnittlich 546 Punkten bundesweit Spitzenreiter unter den Flächenländern. Der deutsche Durchschnittssatz beträgt 380 Punkte. Den höchsten Hebesatz in NRW verlangte der Studie zufolge Bergneustadt im Oberbergischen Kreis mit 959 Punkten. Den bundesweit höchsten Satz hat Lautertal in Hessen mit 1050 Punkten.

Vergleichsweise günstig kamen Eigentümer und Mieter in Verl (Kreis Gütersloh) weg, wo der Grundsteuer-Hebesatz bei 230 Punkten lag. Im Durchschnitt zahlte jeder Einwohner Nordrhein-Westfalens 210 Euro Grundsteuer im Jahr, vier Euro mehr als 2018.

Auch bei der Gewerbesteuer haben die NRW-Kommunen mit durchschnittlich 451 Punkten den höchsten Hebesatz aller Flächenländer. Hier beträgt der Bundesdurchschnitt 364 Punkte. Den höchsten NRW-Hebesatz hat die Ruhrgebietsstadt Oberhausen mit 580 Punkten. Den niedrigsten Satz hat die für ihre Niedrig-Steuer-Politik bekannte Stadt Monheim (Kreis Mettmann) mit 250 Punkten.

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