Eishockey
Haie-Geschäftsführer: Weitere finanzielle Hilfen vom Staat

Köln (dpa/lnw) - Die entsetzten Reaktionen im deutschen Eishockey über die nur teilweise wieder zugelassenen Zuschauer in deutschen Sportarenen reißen nicht ab. Der Geschäftsführer der Kölner Haie, Philipp Walter, fordert daher nun weitere finanzielle staatliche Hilfen. «Es müssen mehr Fans sein oder es muss Ausgleichszahlungen geben», sagte Walter in einem am Donnerstag auf sportschau.de veröffentlichten Interview. «Unser Geschäftsmodell wird gerade verboten», klagte Walter weiter über die Entscheidung der Politik, vorerst bundesweit 20 Prozent der eigentlichen Arenen-Kapazitäten für Zuschauer von Sport-Veranstaltungen freizugeben.

Donnerstag, 17.09.2020, 11:02 Uhr aktualisiert: 17.09.2020, 11:12 Uhr

Was im Profi-Fußball wohlwollend aufgenommen worden war, sorgte in den großen Mannschaftssportarten Eishockey, Handball und Basketball für Enttäuschung. Grundsätzlich ginge dies schon in die richtige Richtung, meinte Walter . «Man muss aber ganz deutlich sagen, dass wir mit einer Hallenkapazität von 20 Prozent nicht spielen können. Das ist wirtschaftlich nicht möglich.»

Die Start der DEL-Saison war aufgrund der Corona-Pandemie bereits auf Mitte November verschoben wurden. Nach aktuellem Stand dürften die Haie dann vor «nur» rund 3700 Zuschauern spielen. In der vergangenen Saison lag der Zuschauerschnitt bei über 13 000. In anderen DEL-Hallen ist das aktuell erlaubte Zuschauer-Kontingent deutlich geringer. «Das ist ein wirtschaftliches Szenario, das einem die Blässe ins Gesicht treibt», meinte Walter der ohne Hilfen das Ende des Profi-Eishockeys prophezeite: «Dann gibt es kein Eishockey mehr und übrigens auch keine Nationalmannschaft mehr.»

Der Bundestag hatte im Sommer bereits Nothilfen wegen der Corona-Krise für die Profi-Sportligen in Höhe von 200 Millionen Euro beschlossen.

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