Fußball
Corona: Streit um Freigabe von Nationalspielern droht

Berlin (dpa/lnw) - Zwischen Bundestrainer Joachim Löw und Borussia Dortmund sowie weiteren Clubs droht ein Konflikt um die Abstellung der Nationalspieler für die kommenden Länderspiele. Hintergrund sind die Quarantäne-Regeln, die wegen der Coronavirus-Pandemie für die Einreise aus Risikogebieten wie der Ukraine gelten, wo die DFB-Auswahl am 10. Oktober in der Nations League spielen soll. «Wir arbeiten an Lösungen, behalten uns aber vor, die Spieler nicht abzustellen, sofern es keine Regel gibt, die es ermöglicht, sie anschließend sofort wieder einzusetzen», zitierte der «Kicker» am Donnerstag Sebastian Kehl, den Lizenzspieler-Chef von Borussia Dortmund.

Donnerstag, 24.09.2020, 14:15 Uhr aktualisiert: 24.09.2020, 14:23 Uhr
Bundestrainer Joachim Löw spricht während einer Pressekonferenz.
Bundestrainer Joachim Löw spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Markus Gilliar

Das Thema der Abstellungen für Nationalspieler beschäftige den Fußball-Bundesligisten «extrem», sagte Kehl . Nach den Länderspielen im September hatte es schon bei einigen Clubs Probleme mit dem Einsatz von Profis gegeben, die mit ihren Auswahlteams in Risikogebiete gereist waren. So fehlte Herthas polnischer Stürmer Krzysztof Piatek im DFB-Pokal, weil er in Quarantäne musste.

Dortmunds Manager Michael Zorc relativierte am Donnerstag, «dass sich die Frage, so wie ich die Nachrichtenlage verfolge, für die nächste Länderspiel-Pause im Oktober nicht stellt». Allerdings stellte auch Zorc grundsätzlich klar: «Wenn es so bleibt und die Spieler sich mit einem negativen Corona-Test befreien können, können wir sie abstellen. Aber ich sage auch ganz deutlich: Wenn das nicht der Fall sein sollte und sich eine Quarantäne anschließen sollte, durch die sie die Vorbereitung auf ein Pflichtspiel oder sogar ein Pflichtspiel verpassen sollten, würden wir uns vorbehalten, sie nicht abzustellen.»

Der Weltverband FIFA hatte es den Vereinen zuletzt selbst überlassen, ob sie ihre Profis für Partien in Risikogebieten abstellen. Wenn diese Lösung auch für Oktober gilt, müssten die Clubs ihre deutschen Nationalspieler nicht für das Ukraine-Spiel freigeben.

Bundestrainer Löw will in der kommenden Woche seinen Kader für die beiden Partien in Köln gegen die Türkei (7.10.) und die Schweiz (13.10.) und das Spiel in der Ukraine nominieren. DFB-Direktor Oliver Bierhoff verwies auf das Hygienekonzept der Nationalmannschaft. «Die Vereine wissen, dass wir besondere Sorgfalt an den Tag legen», sagte Bierhoff. Die Reise in die Ukraine werde nur 36 Stunden dauern. «Wir werden uns vor Ort weiter im geschützten Kreis bewegen», versicherte Bierhoff. Für die Ukraine gilt derzeit eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts.

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