Fußball
Vorstandschef kritisiert Union Berlins Zuschauer-Vorhaben

Düsseldorf (dpa/lnw) - Vorstandchef Thomas Röttgermann vom Fußball-Zweitligisten Fortuna Düsseldorf hat das Vorhaben des Bundesligisten Union Berlin, ein Testspiel ohne Abstandsregeln für die Zuschauer zu bestreiten, scharf kritisiert. «Ich verstehe es einfach nicht. Das scheint der Versuch zu sein, brachial die Vergangenheit wieder zurückzuholen - da, wo sie aber momentan nicht zurückzuholen ist», sagte Röttgermann in einem Interview der «Rheinischen Post» (Donnerstag).

Donnerstag, 24.09.2020, 15:08 Uhr aktualisiert: 24.09.2020, 15:22 Uhr
Thomas Röttgermann, Vorstandsvorsitzender des Fußball-Bundesligisten Fortuna Düsseldorf.
Thomas Röttgermann, Vorstandsvorsitzender des Fußball-Bundesligisten Fortuna Düsseldorf. Foto: Federico Gambarini

Union-Präsident Dirk Zingler hatte in der «ARD-Sportschau» erklärt, an dem Plan für das Testspiel ohne Abstandsregeln am 25. Oktober festzuhalten. Dafür müssen die Fans sich zuvor einem Corona-Schnelltest unterziehen. Wie viele Zuschauer dann anwesend sein dürfen, ist weiter offen. Im September hatte Union einen solchen Test mit 3000 Besuchern geplant, schließlich aber nach dem Veto der Behörden abgesagt. «Grundsätzlich gehört noch einiges dazu, wir führen nichts durch, wovon nicht alle Beteiligten überzeugt sind», sagte Kommunikationschef Christian Arbeit.

«Der Mund- und Nasenschutz ist nichts, was man sich einfallen lässt, um die Menschen zu ärgern. Es ist dafür da, die Gesunderhaltung zu gewährleisten, was wiederum notwendig ist, damit unser Zusammenleben in diesen Zeiten funktioniert», sagte Röttgermann . Es sei der «richtige Weg. Nicht, um in erster Linie Fußballspiele stattfinden zu lassen, sondern um dafür zu sorgen, dass Menschen etwas machen können, ohne ihre Gesundheit zu gefährden. Wir wollen es schaffen, dass die Menschen ohne Angst ins Stadion kommen», erklärte Röttgermann weiter.

Derzeit steigen in Deutschland die Infektionszahlen weiter an. Am 1. Spieltag mussten die Spiele in München und Köln kurzfristig ohne Zuschauer ausgetragen werden. Wegen des derzeitigen Infektionsgeschehen in Gelsenkirchen droht das Spiel der Schalker gegen Werder Bremen am Samstag (18.30 Uhr/Sky) ebenfalls vor leeren Rängen stattzufinden. Derzeit läuft eine Testphase, in der die Vereine 20 Prozent der Stadionkapazität mit Zuschauern besetzen dürfen.

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