Regierung
Laschet lädt Papst Franziskus für 2021 nach NRW ein

Rom (dpa) - Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat Papst Franziskus für das kommende Jahr zu einem Besuch eingeladen. «Unsere Gesellschaften im Norden, die auch vom Zerbrechen bedroht sind, brauchen nicht so sehr finanziell Solidarität», sagte Laschet am Donnerstag nach einer Privataudienz im Vatikan. «Aber sie brauchen den spirituellen Impuls eines Mannes, der auch Menschen zusammenführen kann.» Das Zusammenführen sei in einer Welt, in der viele «Mein Land first» argumentierten, ein ganz besonders wichtiger Impuls, den die Kirche geben könne.

Donnerstag, 01.10.2020, 12:47 Uhr aktualisiert: 01.10.2020, 13:02 Uhr
Armin Laschet (CDU) lächelt.
Armin Laschet (CDU) lächelt. Foto: Michael Kappeler

Der Satz kann als Verweis auf US-Präsident Donald Trump verstanden werden, dessen Außenminister Mike Pompeo zeitgleich mit Laschet im Vatikan war. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident bewirbt sich für den CDU-Bundesvorsitz und gilt als möglicher Kanzlerkandidat der Union.

Laschet sagte, es gebe unterschiedliche Anlässe für einen Besuch des Papstes in NRW. So werde in Aachen alle sieben Jahre die Heiligtumfahrt begangen, die 1349 aus einem alten Pestgelübde entstanden sei. Dazu seien im Mittelalter Pilger aus ganz Europa gekommen. 1937 sei ein besonderer Anlass gewesen, als eine Million Menschen in einem stillen Protest gegen den Nationalsozialismus in der Stadt gewesen seien. Auch das Gedenken an 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland könne Anlass für einen Besuch sein.

Papst Franziskus hatte Pompeo eine Privataudienz verwehrt, obwohl dieser darum gebeten hatte. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin begründete dies damit, dass der Papst keine Persönlichkeiten empfangen wolle, die voll im Wahlkampfgeschehen stünden.

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