Kommunen
Corona-Lage: Weitere Kommunen überschreiten Schwellenwert 35

Auch in Essen und Wuppertal greift jetzt die Corona-Bremse - und in Solingen schon zum zweiten Mal nach Mitte September. Manche Kommunen haben dem RKI aber auch fallende Wochenzahlen gemeldet.

Montag, 05.10.2020, 17:47 Uhr aktualisiert: 05.10.2020, 18:02 Uhr

Solingen (dpa/lnw) - In mehreren Großstädten Nordrhein-Westfalens ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter gestiegen. So verzeichnete etwa Solingen am Wochenende einen geradezu sprunghaften Zuwachs: Seit Freitag wurden in der 163 000-Einwohner-Stadt 40 neue Infektionen bekannt. Gerechnet auf 100 000 Einwohner wurden in den vergangenen sieben Tagen bis Montagmittag 46,6 Neuinfektionen registriert. Zuletzt hatte Solingen am 16. September über dem Schwellenwert von 35 gelegen, ab dem die erste Stufe der sogenannten Corona-Bremse greift. Erstmals über den Grenzwert rutschten am Montag Essen (39,4) und Wuppertal (37,9).

Die erste Stufe der «Bremse» sieht vor, dass bei einer Wocheninzidenz von mehr als 35 an privaten Feiern außerhalb einer Wohnung nur noch höchstens 50 Personen teilnehmen dürfen - anstatt 150. Außerdem müssen die betroffenen Kommunen weitere konkrete Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens mit übergeordneten Behörden abstimmen. Ab einem Wert von 50 sind weitere Einschränkungen zu erwarten.

Laut RKI lagen am Montag auch Köln (38,8), Leverkusen (38,5) und Duisburg (41,3) oberhalb der 35er-Grenze. In Gelsenkirchen ist der Wert dagegen seit Donnerstag gesunken. Von 44,1 auf 32,2 am Montagmorgen. Auch in Dortmund ging er leicht zurück auf 26,2. In Hamm blieb der Wert dagegen weiterhin sehr hoch: Die Stadt gab die sogenannte Wocheninzidenz am Montagmittag mit 96,6 an. Dort gelten schon seit einigen Tagen verschärfte Regelungen wie etwa die Genehmigungspflicht für private Feiern ab 25 Personen - auch in privaten Räumen. In Remscheid ging der Wert am Wochenende wieder nach oben: laut RKI von 57,7 am Samstag auf 61,3 am Montag.

Einen größeren Anstieg vermeldete auch die Stadt Aachen. Dort lag der Wert am Montagmorgen bei 44,7. Am Freitag hatte er noch 40 betragen, woraufhin etwa der Mindestabstand bei öffentlichen Veranstaltungen auf zwei Meter erhöht wurde. Noch eine weitere Kommune in der Städteregion Aachen hatte am Freitag einen sehr hohen Wert ausgewiesen: Die 46 000-Einwohner-Stadt Alsdorf kam auf über 50. Als besondere Maßnahmen waren dort ein Alkoholverbot bei Sportveranstaltungen sowie eine Genehmigungspflicht für Privatfeiern außerhalb der Wohnung bei mehr als 25 Teilnehmern eingeführt worden. Am Montag war die Inzidenz in Alsdorf nach Angaben einer Sprecherin der Städteregion wieder auf 41,8 gesunken. Die Beschränkungen sollen aber trotzdem zunächst aufrechterhalten werden.

In Essen soll der Weihnachtsmarkt trotz gestiegener Fallzahlen stattfinden können, wie die Essen Marketing Gesellschaft (EMG) am Montag mitteilte. Größere Abstände zwischen den Buden und die Einrichtung von «Glühweingärten» sollen dies möglich machen. In diesen Bereichen müssen sich die Gäste registrieren. In den Warteschlangen müssen Besucher eine Maske tragen. Nach jedem Besucherwechsel müssen alle Kontaktflächen desinfiziert werden. Ein Besuch solle sicher, besinnlich und «vor allem schön» werden, erklärte EMG-Geschäftsführer Richard Röhrhoff. Der Start ist für den 13. November geplant.

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