Tarife
Verdi ruft erneut zu Warnstreik im NRW-Nahverkehr auf

Busse und Bahnen sollen erneut in den Depots bleiben. Verdi hat zum zweiten Warnstreik im öffentlichen Personennahverkehr in NRW innerhalb weniger Tage aufgerufen. Die Arbeitgeber sollen damit zu Verhandlungen über einen bundesweiten Tarifvertrag gezwungen werden.

Montag, 05.10.2020, 17:02 Uhr aktualisiert: 05.10.2020, 17:12 Uhr
Ein Mann hat bei einem Warnstreik vor dem Verdi-Logo eine Pfeife im Mund.
Ein Mann hat bei einem Warnstreik vor dem Verdi-Logo eine Pfeife im Mund. Foto: Patrick Seeger

Düsseldorf (dpa/lnw) - Viele Berufstätige in Nordrhein-Westfalen müssen sich am kommenden Donnerstag wieder auf Hindernisse beim Weg zur Arbeit einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat erneut zu einem landesweiten Warnstreik im Nahverkehr aufgerufen - dem zweiten innerhalb von zehn Tagen. Gestreikt werden soll von Betriebsbeginn bis Betriebsende. Erste Nahverkehrsbetriebe kündigten bereits an, dass sämtliche Stadtbahn- und Buslinien am Donnerstag nicht fahren werden. Der S-Bahn- und der Regionalverkehr wird nicht betroffen sein.

Die Arbeitgeber seien auch nach dem Warnstreik vom vergangenen Dienstag weiter nicht zu Verhandlungen über einen bundesweiten Tarifvertrag bereit, begründete Verdi am Montag den erneuten Streikaufruf. Die Gewerkschaft verlangt für die rund 87 000 Beschäftigten im ÖPNV in Deutschland bundesweit einheitliche Regelungen beim Ausgleich von Überstunden, den Zulagen für Schichtdienste sowie der Nachwuchsförderung. Derzeit werden in den 16 Bundesländern jeweils eigene Tarifverträge mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden ausgehandelt.

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) hatte nach der ersten Warnstreikrunde erklärt, sie sei «nicht zuständig für das Führen von Tarifverhandlungen im Nahverkehr». Tarifregelungen könnten nur in den jeweiligen Bundesländern abgeschlossen werden.

Verdi betonte, im Vergleich zum Jahr 2000 sei die Zahl der Beschäftigten im ÖPNV um 18 Prozent geschrumpft, während die Anzahl der Fahrgäste im gleichen Zeitraum um ein Viertel zugenommen habe. Aufgrund der Belastungen komme es zu überdurchschnittlich hohen Krankenständen und der Anhäufung von Überstunden. Außerdem ließen der knapp bemessene Fahrplan, hohes Verkehrsaufkommen und steigende Fahrgastzahlen die Pausen verschwinden. Für die Fahrerinnen und Fahrer gebe es außerdem keinerlei Zulagen für den Schichtdienst.

Zum Warnstreik seien alle Betriebe aufgerufen, die unter den Tarifvertrag des Nahverkehrs in NRW fallen, heißt es in der Mitteilung der Gewerkschaft. Die Beschäftigten hätten am vergangenen Dienstag gezeigt, dass sie bereit seien, in großer Zahl in den Warnstreik zu treten.

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