Kriminalität
Ägyptische Statuetten lagen vier Jahre in Asservatenkammer

Paderborn/Düsseldorf (dpa/lnw) - Vier antike Statuetten, die NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) dem ägyptischen Botschafter übergeben hat, haben zuvor knapp vier Jahre in der Asservatenkammer der Paderborner Polizei gelegen. Die Behörde teilte am Montag neue Details zu den seltenen Stücken mit.

Montag, 05.10.2020, 14:05 Uhr aktualisiert: 05.10.2020, 14:12 Uhr
Armin Laschet, CDU-Vizevorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.
Armin Laschet, CDU-Vizevorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Foto: Michael Kappeler

Laschet hatte die vier Statuetten und einen Kopf vergangene Woche an den ägyptischen Botschafter in Deutschland, Khaled Galal Abdelhamid, übergeben. Sie waren den Ermittlern aus Paderborn bei einer Razzia 2016 in die Hände gefallen. Kriminalhauptkommissar Phil Clark brachte die Figuren laut Polizei damals extra ins Ägyptische Museum in Berlin, wo sie untersucht wurden. Sie sollen aus der Epoche der Jahre 600 bis 400 vor Christus stammen.

«Für die nunmehr an Ägypten zurückgegeben Stücke wäre auf den Auktionen des Antikhandels in professionell gereinigtem Zustand jeweils ein Verkaufspreis zwischen 8000 und 15 000 Euro zu erreichen», so Ermittler Clark. Er warnt Interessenten, dass es gängige Praxis der Verkäufer sei, zu behaupten, dass die Stücke aus einer «alten Privatsammlung» stammten. «Hierdurch soll der Eindruck gutgläubig erworbener und somit verkaufsfähiger Sammlungsstücke erweckt werden.»

Im konkreten Fall konnte dem damals Verdächtigen laut Staatsanwaltschaft auch nicht nachgewiesen werden, dass er die kriminelle Herkunft der Figuren kannte. Daher wurde das Verfahren gegen ihn eingestellt. Clark übergab die Statuetten vorvergangene Woche einem Kurier, der sie in die Staatskanzlei brachte.

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