Luftverkehr
Verdi droht mit Warnstreiks an Airports Köln und Düsseldorf

Düsseldorf (dpa/lnw) - An den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn drohen in den Herbstferien Arbeitsniederlegungen in der Passagierabfertigung. Die Gewerkschaft Verdi kündigte am Montag an, sie werde die Beschäftigten des Passagierabfertigers Aviation Handling Services (AHS) kurzfristig zu Warnstreiks aufrufen. «Flugausfälle und Verspätungen sind wahrscheinlich», warnte sie. Das Unternehmen sprach von einem «rechtswidrigen Warnstreik».

Montag, 05.10.2020, 16:46 Uhr aktualisiert: 05.10.2020, 16:52 Uhr
Ein Passagier steht auf dem Flughafen Köln/Bonn vor einer Anzeigetafel, die nur gestrichene Flüge anzeigt.
Ein Passagier steht auf dem Flughafen Köln/Bonn vor einer Anzeigetafel, die nur gestrichene Flüge anzeigt. Foto: Federico Gambarini

Hintergrund ist ein Tarifstreit bei dem Passagierabfertiger, der für viele Fluggesellschaften an beiden Airports unter anderem beim Check-In, beim Boarding und bei der Gepäckermittlung tätig ist. Verdi und AHS hatten sich im Januar auf deutliche Lohn- und Gehaltserhöhungen für die Beschäftigten verständigt. Doch wurde der Tarifvertrag bis heute nicht umgesetzt.

Die Gewerkschaft betonte, angesichts der Corona-Krise hätten die Beschäftigten der AHS einen Aufschub der Tarifeinigung über mehrere Monate hingenommen. Alle Einigungsversuche seien jedoch erfolglos geblieben. Nun sähen sich die Beschäftigten deshalb gezwungen, die vereinbarte Lohnerhöhung durch Streiks durchzusetzen. Das Verhalten von AHS führe dazu, dass zahlreiche Mitarbeiter aufgrund der Kurzarbeit mit nur 500 bis 600 Euro ihren Alltag bestreiten müssten. «Das ist in der Praxis nicht möglich», sagte Verdi-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky.

AHS warf der Gewerkschaft dagegen vor, mit den geplanten Arbeitsniederlegungen gegen eine im März 2020 getroffene Vereinbarung zur Friedenspflicht zu verstoßen. Damals habe man vereinbart, dass die Tarifeinigung erst nach dem Ende der gravierenden, coronabedingten Krise in der Luftfahrt umgesetzt werden solle.

Das Unternehmen verwies auf die nach wie vor dramatische Situation im Luftverkehr. Die AHS-Geschäftsleitung erwarte für 2020 Umsatzeinbußen von knapp 70 Prozent. Man habe der Gewerkschaft deshalb angeboten, die Tarifeinigung ab dem 1. April 2021 mit einer verlängerten Laufzeit umzusetzen. Doch das sei von Verdi abgelehnt worden. Weitere Verhandlungen über eine Umsetzung der tariflichen Einigung zum jetzigen Zeitpunkt lehnte AHS ausdrücklich ab.

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