Extremismus
Jüdische Gemeinden in NRW fordern besseren Schutz

Düsseldorf (dpa/lnw) - Nach dem Angriff auf einen jüdischen Studenten in Hamburg haben sich Vertreter der jüdischen Gemeinden in NRW laut einem Medienbericht besorgt gezeigt. «Diese Tat zeigt erneut, dass jüdische Menschen in Deutschland nicht sicher sind», sagte der Vorstandsvorsitzende des Landesverbandes Nordrhein der Jüdischen Gemeinden, Oded Horowitz, der «Rheinischen Post» (Dienstag). Es lasse sich außerdem eine steigende Frequenz der antisemitischen Angriffe und eine offene Gewaltbereitschaft beobachten. «Auch in NRW müssen die Jüdischen Gemeinden endlich mit den höchstmöglichen Sicherheitsvorkehrungen ausgestattet und gesichert werden. Wir erwarten Konsequenzen, und dass den wohlgemeinten Worten endlich Taten folgen.»

Dienstag, 06.10.2020, 08:21 Uhr aktualisiert: 06.10.2020, 08:32 Uhr
Zwei Polizisten stehen vor der Neuen Synagoge in Düsseldorf.
Zwei Polizisten stehen vor der Neuen Synagoge in Düsseldorf. Foto: Caroline Seidel

Ran Ronen, Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf und zugleich Dezernent für Sicherheit im Präsidium des Zentralrates der Juden, bewertete die Gefahr in Düsseldorf als «sehr hoch». Die Sicherheitsvorkehrungen seien seit dem Brandanschlag auf die Düsseldorfer Synagoge im Jahr 2000 gravierend verschärft worden, sagte Ronen der Zeitung. «Wir haben rund um die Uhr Polizeischutz, der auch zwingend erforderlich ist. Allerdings haben viele Gemeinden diesen Schutz nicht, der nun mal unabdingbar ist. Und da appelliere ich an die Landesregierung und das Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen.» Aktuell werde nicht alles getan, was getan werden müsse, so Ronen laut RP weiter.

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