Fußball
Schalke: Clemens Tönnies ist nur noch «Mitglied und Fan»

Gelsenkirchen (dpa) - Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 hat noch einmal klar gestellt, dass der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies keine «offizielle» und auch keine «inoffizielle» Funktion mehr im Verein hat. «Er zieht keine Fäden im Hintergrund und will das auch gar nicht», sagte Alexander Jobst, Vorstand Marketing, Vertrieb und Organisation, in einem Interview des  «Kicker» (Montag).

Montag, 12.10.2020, 14:33 Uhr aktualisiert: 12.10.2020, 14:42 Uhr
Das Logo des FC Schalke 04 steht auf dem Dach der Geschäftsstelle.
Das Logo des FC Schalke 04 steht auf dem Dach der Geschäftsstelle. Foto: Fabian Strauch

Tönnies selbst hatte zuletzt in einem Interview der «Welt» gesagt, dass er nach seinem Rücktritt von der Spitze im Aufsichtsrat am 30. Juni einen Schlussstrich unter sein persönliches Engagement im Verein gezogen habe und sich auf sein Fleischunternehmen konzentrieren wolle.

Der Verein habe Clemens Tönnies «unglaublich viel zu verdanken», aber jetzt beginne «eine neue Zeit für Schalke», sagte Jobst weiter. Beim 0:8 in München zu Saisonbeginn saß Tönnies mit den Schalker Verantwortlichen auf der Tribüne der Allianz-Arena. Ein Bild, das Jobst in dem Interview als «verheerend» bezeichnete. «So entstand eine Botschaft, die mit der Realität nichts zu tun hat», sagte Jobst.

Vor dem Tönnies-Rücktritt, den die Vorstände Jobst und Jochen Schneider als «Zäsur» beschrieben, hatte es noch Überlegungen gegeben, den Aufsichtsratschef um eine millionenschwere Finanzspritze für den finanziell in die Bredouille geratenen Verein zu bitten – obwohl Tönnies bereits zum damaligen Zeitpunkt massiv in der Kritik gestanden hatte. Jedoch entschlossen sich die Schalker letztendlich dafür, das Land Nordrhein-Westfalen um eine Bürgschaft für neue Kredite zu ersuchen.

Die Verbindlichkeiten des Vereins sind auf 205 Millionen Euro gestiegen. Auf dem Weg in eine neue Zeit sollen «Strukturveränderungen» erarbeitet werden, um den Club konkurrenzfähig und zum Beispiel auch für Investoren interessant zu machen. Dabei sei laut Jobst ein klassisches «Ausgliederungsmodell» wie beim FC Bayern München nicht zu realisieren, weil es zu Schalke nicht passe. Die Schalke-Mitglieder lehnen eine Ausgliederung ab. Man werde ein Modell vorstellen, dass sich den «Werten und Traditionen dieses Vereins verpflichtet fühlt», erklärte Jobst.

Der Verein habe wirtschaftlich bereits einen Erfolg erzielt. Jobst: «Wir haben es durch ein umfangreiches Programm an Maßnahmen innerhalb von nur vier Monaten geschafft, Kosten in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrages zu reduzieren und so die wirtschaftliche Stabilität für die Saison 2020/2021 trotz der andauernden Corona-Pandemie zu gewährleisten.»

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