Landesumweltamt bestätigt Durchzug von Tieren
Wolfsnachweis in Dülmen und den Kreisen Borken und Recklinghausen

Dülmen/Recklinghausen/Kreis Borken -

Die Ausbreitung der Wölfe schreitet voran: Das Landesumweltamt hat im Münsterland einen weiteren Wolf nachgewiesen. Nach der Auswertung von Raubtierkot war am 8. und 20. Mai bei Reken im Kreis Borken und am 19. Juli bei Haltern am See im Kreis Recklinghausen ein weiblicher Wolf unterwegs. 

Dienstag, 20.10.2020, 17:59 Uhr aktualisiert: 20.10.2020, 19:27 Uhr
Wölfe laufen durch einen Wald.
Wölfe laufen durch einen Wald. Foto: Oliver Berg

Das ergab die Auswertung durch Experten des Forschungsinstituts Senckenberg , wie das Landesumwelt am Montag mitteilte. Das Tier stammt demnach aus einem Rudel in Niedersachsen. Die gleichen genetischen Merkmale tragen auch Wölfe, die sich im Bereich von Schermbeck im Kreis Wesel niedergelassen haben.

Auch in Dülmen war nachweisbar ein Wolf unterwegs. Hier gibt es genetische Spuren vom 18. Mai, die allerdings im Gegensatz zu der Wölfin nicht weiter individualisiert werden konnten. Damit gibt es laut Landesumweltamt im Jahr 2020 bislang rund 30 Wolfsnachweise in Nordrhein-Westfalen. Vor einem Jahr hatte es einen oder mehrere Wölfe auch zwischen Münster-Wolbeck und Sendenhorst gegeben. Ein Passant hatte sogar ein Foto von dem Tier machen können.

Ausgewiesene Wolfsgebiete in Nordrhein-Westfalen sind Schermbeck im Kreis Wesel, die Senne bei Bielefeld sowie die Nordeifel an der Grenze zu Belgien. Vereinzelt hat es vor allem in Ostdeutschland Angriffe auf Schafe und Kühe gegeben, dabei waren vor knapp zwei Jahren in einem sächsischen Dorf 13 Schafe gerissen wurden.

Bundestag und Bundesrat hatten daraufhin eine Gesetzesänderung beschlossen, die den Abschuss besonders gefährlicher Wölfe leichter machen soll. Weiterhin ist es aber gesetzlich verboten, Wölfe zu fangen, zu ver­letzen oder zu töten. Ausnahmen davon gelten bei Tieren, die „Menschen aufgrund individueller Verhaltensauffälligkeiten zu nahe kommen – oder wiederholt gesicherte Zäune überwunden haben, um Nutztiere zu töten“.

Doch genau dies könnte bei einer weiteren Ausbreitung der Wölfe häufiger passieren. Laut Schätzungen des Bundesjagdverbandes ist die Population in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Schätzungen gehen davon aus, dass bereits in diesem Jahr bis zu 1400 Tiere in Deutschland ansässig geworden sein könnten.

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