Kirche
Bistum Aachen: Missbrauchsgutachten vor Veröffentlichung

Aachen (dpa/lnw) - Das katholische Bistum Aachen hat die Fälle sexuellen Missbrauchs durch Geistliche in seinem Bereich von einer Anwaltskanzlei untersuchen lassen. Die Ergebnisse des Gutachtens würden im November bei einer Pressekonferenz in Aachen vorgestellt, teilte die beauftragte Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl am Dienstag in München mit. Es gehe um den Zeitraum von 1965 bis 2019.

Dienstag, 27.10.2020, 16:03 Uhr aktualisiert: 27.10.2020, 16:12 Uhr

Gegenstand des Auftrags sei gewesen, systemische Ursachen betreffend den sexuellen Missbrauch durch Kleriker herauszuarbeiten und Verantwortlichkeiten auf Ebene der Bistumsleitung im Hinblick auf den Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs zu prüfen. Zudem sei es darum gegangen, «soweit möglich Verantwortliche zu benennen» und Optimierungsvorschläge im Hinblick auf den Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs zu unterbreiten.

Das Erzbistum Köln hat eine ähnliche Untersuchung seit mehr als einem halben Jahr vorliegen, doch ist sie bisher nicht veröffentlicht worden. Kardinal Rainer Maria Woelki hatte dies mit rechtlichen Bedenken begründet. Die «Verantwortungsträger», die in dem Gutachten kritisch beurteilt werden, sollen mit Gegenmaßnahmen gedroht haben.

Die Münchner Kanzlei erklärte, sie habe seit Mitte 2019 im Auftrag des Bistums Aachen die Fälle untersucht. Bischof Helmut Dieser und Generalvikar Andreas Frick seien weder das Gutachten noch Auszüge daraus bekannt. Sie würden die Ergebnisse zeitgleich mit der Veröffentlichung bei der Pressekonferenz erfahren. Dieses Vorgehen sei von Anfang an vereinbart worden. «Es entsprach dem ausdrücklichen Wunsch des Bischofs sowie des Generalvikars», teilte die Kanzlei mit. Weitere Angaben zu Inhalt oder Ergebnissen werde man zum jetzigen Zeitpunkt nicht machen.

Im Bistum Aachen lebt rund eine Million Katholiken, das Gebiet reicht von der Eifel im Süden bis nach Mönchengladbach und Krefeld im Norden. Weitere katholische Bistümer in NRW sind Essen, Köln, Paderborn und Münster.

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