Kriminalität
Ermittlungen gegen «Propheten» laufen: Stadt Goch prüft

Goch (dpa/lnw) - Im Fall eines in Goch festgenommenen Mannes, der sich selbst als «Prophet» bezeichnen soll, werden derzeit zahlreiche Zeugen befragt. Der Niederländer, der in Untersuchungshaft sitzt, habe sich gegenüber der Ermittlungsrichterin geäußert, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Kleve. Über den Inhalt sei nichts bekannt. Der 58-Jährige war vor einer Woche in Goch am Niederrhein festgenommen worden. Auf dem Gelände eines ehemaligen Klosters hatte die Polizei eine 25-Jährige befreit, die er dort gegen ihren Willen festgehalten haben soll.

Mittwoch, 28.10.2020, 09:08 Uhr aktualisiert: 28.10.2020, 09:22 Uhr

Die Beamten waren auf dem Areal einer Eventfirma auf eine mutmaßliche Sekte gestoßen. Es soll sich um die umstrittene Gemeinschaft «Orde der Transformanten» handeln - «Orde» (niederländisch) bedeutet Orden. Die Polizei hatte 54 Personen, auch Kinder, angetroffen. Aus diesem Kreis werden aktuell Zeugen befragt, außerdem Personen aus dem näheren Umfeld der Geschädigten.

Die Stadt Goch teilte mit, es werde überprüft, «ob alle Menschen, die auf dem Klostergelände tatsächlich wohnen, auch ordnungsgemäß dort gemeldet sind.» Wer gemeldet sei, dürfe bleiben. Die Personalien der gemeldeten Personen seien der Stadt bekannt. Es gebe seit Jahren Vermutungen, dass einige dort lebende Menschen «einer niederländischen Glaubensgemeinschaft angehören, bei der es sich um den «Orde der Transformanten» handeln soll.»

Es werde auch rechtlich überprüft, ob es einen Anlass geben könnte, an der Zuverlässigkeit des dort ansässigen Unternehmens zu zweifeln. Sollte das der Fall sein, seien gewerberechtliche Folgen möglich. Das Unternehmen habe sich in den letzten Jahren als «außerordentlich zuverlässig» erwiesen, betonte die Stadt.

Gegen den Niederländer war Haftbefehl wegen des Verdachts auf schweren sexuellen Missbrauch erlassen worden. Er soll zehn Taten von 2006 bis 2008 in den Niederlanden begangen haben, zudem zwei Vergewaltigungen 2019 in Goch sowie Freiheitsberaubung in einem Fall.

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