Demonstrationen
Demos gegen Corona-Maßnahmen: Kritik von Gegendemonstranten

Ab Montag werden die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie verschärft. Das regt vor allem Menschen auf, die den staatlichen Kurs kritisch sehen. Eine Düsseldorfer Protestkundgebung ist umstritten - und Anlass für eine Gegendemo.

Samstag, 31.10.2020, 20:29 Uhr aktualisiert: 31.10.2020, 20:40 Uhr
"Ordnungsamt" steht auf einem Autodach.
"Ordnungsamt" steht auf einem Autodach. Foto: Roberto Pfeil

Düsseldorf (dpa/lnw) - Unmut über den «Maskenzwang»: Aus Protest gegen Corona-Maßnahmen sind in Düsseldorf und Recklinghausen Kritiker auf die Straße gegangen. Polizeiangaben zufolge waren es in der Landeshauptstadt mehrere Hundert Teilnehmer, die am Samstagnachmittag zu der Veranstaltung der selbst ernannten «Corona Rebellen» auf einen großen Platz am Rhein kamen. Angemeldet waren 300.

Die Demonstranten werteten die staatlichen Coronamaßnahmen als unrechtmäßige «Drangsalierungen». «Frieden, Freiheit, keine Diktatur», skandierten die Demonstranten. Auf Plakaten standen Slogans wie «Schluss mit Panik» oder «Gewissen erwache». Durch die Einschränkungen würden Existenzen zerstört, sagte Veranstalter Bernd Bruns. Man setze sich zur Wehr gegen «Corona-Faschismus».

Unter den Demonstranten waren auch Vertreter der berüchtigten Gruppierung «Hooligans gegen Salafisten» (Hogesa), etwa deren Mitbegründer Dominik Roeseler. Die Polizei war mit einem starken Aufgebot vor Ort. Nach ihren Angaben verlief die Veranstaltung «friedlich und weitgehend störungsfrei». Das Ordnungsamt monierte Mängel bei der Mundschutz- und Abstandspflicht und verhängte Bußgeldbescheide. Kurz zuvor hatte die Stadt eine Maskentragepflicht für Versammlungen unter freiem Himmel ab einer Teilnehmerzahl von mehr als 25 Menschen verfügt. Die Demonstranten regten sich lautstark über den «Maskenzwang» auf, wie sie es nannten.

Unweit von der Protestkundgebung kamen Gegendemonstranten zusammen, nach Angaben des Bündnisses «Düsseldorf stellt sich quer» waren es etwa 100. Sie warfen den Anti-Coronamaßnahmen-Demonstranten vor, unsachlich zu argumentieren und aus einer extremen politischen Ecke zu kommen. «Es gibt Menschen, die wirtschaftlich stark von Coronamaßnahmen betroffen sind - ihre Anliegen sind berechtigt, bei den staatlichen Unterstützungsmaßnahmen gibt es sicherlich Nachbesserungsbedarf», sagte Bündnissprecher Christian Jäger. «Aber die Proteste in Düsseldorf sind geprägt von wirren Verschwörungstheorien von rechten Gruppierungen.»

In Recklinghausen fand ebenfalls eine Demonstration gegen die Coronamaßnahmen statt, das Motto des Veranstalters aus dem «Querdenken»-Spektrum hieß «Freiheit & Grundgesetz». Nach Polizeischätzung kamen 130 Menschen. Es kam laut Polizei zu keinen Störungen.

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