Terrorismus
Mutmaßlicher IS-Terrorist legt Teilgeständnis ab

Düsseldorf (dpa/lnw) - Ein mutmaßlicher IS-Terrorist aus Wuppertal hat vor Gericht ein Teilgeständnis abgelegt. Der 30-Jährige gab am Montag im Prozess am Düsseldorfer Oberlandesgericht zu, den Auftrag zur Ermordung eines albanischen Geschäftsmannes angenommen zu haben. Ihm sei gesagt worden, es handele sich «um einen dreckigen Ungläubigen», der schlimme Dinge getan habe.

Montag, 02.11.2020, 17:28 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 17:42 Uhr
Die Justitia ist an einer Scheibe zu sehen.
Die Justitia ist an einer Scheibe zu sehen. Foto: Rolf Vennenbernd

Als er dem Mann in die Augen geguckt habe, sei er aber davon abgerückt, ihn umzubringen. Die Anklage stellt dies anders dar: Demnach hatte das Killerkommando das Opfer nicht eindeutig identifizieren können und es nur verschont, um nicht den Falschen zu töten.

Der Angeklagte räumte auch ein, mit weiteren Verdächtigen eine Gruppe gegründet zu haben. Es habe sich aber nicht um eine Terrorzelle des IS gehandelt, wie ihm die Bundesanwaltschaft vorwerfe. Man habe mit Geldspenden «Muslimen in Not» helfen wollen.

Er habe allerdings gewusst, dass es sich bei seinem Gesprächspartner im Telegram-Messengerdienst um einen IS-Terroristen gehandelt habe. Dieser war dort mit Kalaschnikow und IS-Fahne zu sehen.

Der Vorsitzende Richter fragte nach, wo er denn in diesem Chat die Not leidenden Frauen und Kinder gesehen haben wolle, um die es ihm angeblich gegangen sei. Darauf antwortete der Angeklagte ausweichend.

Der Tadschike soll mit einer Terrorzelle tadschikischer Landsleute Mord- und Terroranschläge in Deutschland und Albanien geplant haben. Der Prozess im Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Oberlandesgerichtes wird fortgesetzt.

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