Gesundheit
Schulen sollen sich positiv darstellen: Propaganda?

Düsseldorf (dpa/lnw) - Mit einer Handreichung für Schulleitungen zur «Corona-Kommunikation» hat sich die Bezirksregierung Münster Propaganda-Vorwürfe eingehandelt. In dem Merkblatt, das der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf vorliegt, werden Schulleiter ermutigt, Journalisten-Nachfragen zu Corona zu nutzen, um «Ihre Schule positiv darzustellen».

Dienstag, 24.11.2020, 11:01 Uhr aktualisiert: 24.11.2020, 11:12 Uhr

SPD-Fraktionsvize Jochen Ott sprach im «Kölner Stadtanzeiger» von «Propaganda-Tipps». SPD-Landtagsfraktionschef Thomas Kutschaty hatte den Vorgang zuvor bereits in der «Bild»-Zeitung kritisiert. Er sieht das Papier als «Versuch der Manipulation». Auf diese Weise solle die Kommunikation von Lehrkräften und damit auch die öffentliche Meinung gezielt beeinflusst werden. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) wies die Vorwürfe zurück, nannte die Formulierungen laut «Kölner Stadtanzeiger» aber «unglücklich».

In der Handreichung wird unter anderem empfohlen, die Gelegenheit von Corona-Anfragen zu nutzen, um das Hygienekonzept der Schule sowie organisatorische und bauliche Maßnahmen darzustellen. «Damit zeigen Sie: Sie handeln!», erklärte die Pressestelle der Bezirksregierung.

Transportiert werden sollten demnach positive Aussagen wie: «Unsere Schülerinnen und Schüler haben Verständnis für die Maßnahmen und halten sich sehr diszipliniert an die Regeln.» Oder auch: «Dank unserer engagierten Lehrerinnen und Lehrer findet der Präsenzunterricht auch unter Corona-Bedingungen in der gewohnt hohen Qualität statt.»

Schulleiter sollten daran denken, dass besorgte Eltern, aber auch «Lokalpolitiker/innen unter Druck» keine Zweifel hören wollten. Daher schlägt die Pressestelle die Formulierung vor: «Eltern können sich darauf verlassen, dass die Sicherheit ihrer Kinder für uns höchste Priorität hat.»

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