Prozesse
26-Jähriger wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht

Düsseldorf (dpa/lnw) - Als angeblich 13-jährige Lisa soll ein 26-Jähriger auf der Kurzvideo-Plattform Likee reihenweise kleine Mädchen überredet haben, Nacktfotos von sich zu schicken. Polizisten fanden bei ihm laut Staatsanwaltschaft 1500 Bilddateien von kleinen Mädchen in sexualisierten Posen, als sie seine Wohnung vor einem Jahr durchsuchten. Am 8. Dezember muss sich der 26-Jährige wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten, wie eine Gerichtssprecherin am Dienstag mitteilte. Das Urteil wird noch am gleichen Tag erwartet.

Dienstag, 24.11.2020, 12:22 Uhr aktualisiert: 24.11.2020, 12:32 Uhr
Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand.
Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener

Der Angeklagte habe bei der bei Kindern beliebten App Likee den Account «unicorn_lisa13» angelegt. Etwa ein Jahr lang sammelte er laut Anklage damit kinderpornografische Dateien, bis die Polizei dem ein Ende gesetzt habe. Zuvor habe er gezielt Kontakt zu Mädchen im Kindesalter aufgenommen und sie überredet, entsprechende Bilder und Videos von sich aufzunehmen.

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf habe die Fälle von vier Opfern angeklagt: Ein damals zehn Jahre altes Mädchen habe er mehrere Tage lang in sexualisierte Gespräche verwickelt, bis das Kind mindestens 20 Bild- beziehungsweise Videodateien aufnahm und sie an den Angeklagten schickte.

Auch die zehnjährige Freundin des mutmaßlichen Opfers habe er kontaktiert und überredet, kinderpornografische Bilder von sich aufzunehmen und ihm zuzuschicken. Ein Mädchen habe sich ihrer Mutter anvertraut. Diese sei daraufhin zur Polizei gegangen und habe Anzeige erstattet.

Wegen der gleichen Masche hatte das Gericht im April einen Bauarbeiter aus Neuss zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

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