Regierung
Van Laack: SPD-Chef sieht «Beigeschmack» in NRW-Auftrag

Düsseldorf (dpa) - Der SPD-Bundesvorsitzende Norbert Walter-Borjans sieht einen «Beigeschmack» bei einem Millionen-Auftrag der nordrhein-westfälischen Landesregierung an die Modefirma van Laack über Schutzausrüstung in der Corona-Pandemie. «Es gibt in der Politik ganz wichtige Stilfragen», sagte Walter-Borjans am Dienstag in Düsseldorf. Er hatte dort an einer Sitzung der SPD-Landtagsfraktion teilgenommen. Selbst wenn es um die unbürokratische Beschaffung von Masken oder OP-Kitteln gehe, sollte es keinen Beigeschmack geben. «Das ist offenbar an dieser Stelle nicht ganz gelungen.»

Dienstag, 01.12.2020, 14:57 Uhr aktualisiert: 01.12.2020, 15:12 Uhr
Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans.
Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans. Foto: Kay Nietfeld

Das Geschäft aus dem April hatte das Interesse der SPD geweckt, nachdem bekannt geworden war, dass der Sohn von Ministerpräsident Armin Laschet ( CDU ) den Kontakt zu van Laack hergestellt hatte. Johannes «Joe» Laschet ist Mode-Blogger und seit Jahren mit van Laack im Geschäft. Die «Rheinische Post» hatte den Firmen-Inhaber Christian von Daniels mit den Worten zitiert: «Ich habe Joe gesagt, dass er seinem Vater meine Nummer geben kann, wenn das Land Hilfe bei der Beschaffung von Masken braucht.» Ministerpräsident Laschet habe dann tatsächlich an einem Sonntagabend angerufen - und man sei mit dem Land ins Geschäft gekommen.

Die Staatskanzlei hatte am Montag erklärt, dass es zu Beginn der Pandemie kaum Schutzkleidung und Masken gegeben habe. Hinweisen auf Firmen, die für eine Produktion in Frage kamen, seien der Ministerpräsident und andere Regierungsmitglieder auch persönlich nachgegangen.

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