Fußball
Bosz will Gruppensieg und Revanche: Rekord «ist völlig egal»

Gruppensieger werden, Revanche für die bisher einzige Pflichtspiel-Niederlage nehmen und nebenbei noch einen Tor-Rekord aufstellen: Obwohl Bayer Leverkusen das Weiterkommen in der Europa League schon sicher hat, geht es gegen Prag noch um Einiges.

Mittwoch, 09.12.2020, 16:12 Uhr aktualisiert: 09.12.2020, 16:22 Uhr
Leverkusens Trainer Peter Bosz, steht vor dem Spiel am Spielfeldrand.
Leverkusens Trainer Peter Bosz, steht vor dem Spiel am Spielfeldrand. Foto: Guido Kirchner

Leverkusen (dpa/lnw) - Der mögliche Tor-Rekord ist Peter Bosz nach eigener Aussage «völlig egal». Dennoch geht der Trainer von Bayer Leverkusen hochmotiviert in das letzte Gruppenspiel der Europa League am Donnerstag (18.55 Uhr/DAZN) gegen Slavia Prag. Zum einen will der Niederländer mit einem Erfolg gegen den punktgleichen tschechischen Meister unbedingt den Gruppensieg holen, «für die Auslosung und für das gute Gefühl». Zum anderen will er Wiedergutmachung für das 0:1 im Hinspiel, Bayers bis heute einzige Niederlage in 16 Pflichtspielen dieser Saison.

«Wenn das das einzige Pflichtspiel ist, dass du verloren hast, tut es natürlich weh», sagte Bosz am Mittwoch. Und erinnerte wieder an die frühe Rote Karte gegen Karim Bellarabi nach 21 Minuten. «Ich habe damals gesagt, dass wir das Spiel nicht verloren hätten, wenn wir zu elft zu Ende gespielt hätten», sagte der 57-Jährige: «Am Donnerstag müssen wir zeigen, dass das richtig war.»

Trotz der eigenen Nullnummer beim Hinspiel in Tschechien hat Bayer nach fünf Spielen bereits 17 Treffer erzielt. So viele wie kein anderer der insgesamt 48 Teilnehmer im laufenden Wettbewerb. Zudem würde ein einziges Tor reichen, um einen alleinigen Bundesliga-Rekord für die Vorrunde aufzustellen. «Das ist mir völlig egal, weil es dafür keine Punkte gibt», sagte Bosz: «Wir wollen unbedingt Gruppensieger werden, weil man dann bei der Auslosung auf einen machbareren Gegner hoffen darf. Und weil wir unseren guten Lauf nicht unterbrechen wollen. Dass wir die meisten Tore schießen, ist schön. Aber es ist nicht wichtig.»

Doch am Donnerstag könnte Bosz in die bisher so seltene Luxus-Situation kommen, gleich beide Spieler dabeizuhaben, die vorrangig für das Toreschießen zuständig sind. Zunächst hatte der tschechische 26-Millionen-Zugang Patrik Schick wegen eines Muskelfaserrisses sieben Pflichtspiele verpasst, direkt nach seiner Rückkehr fehlte sein mit zehn Pflichtspiel-Toren erfolgreicher Vertreter Lucas Alario für drei Partien. Der Argentinier könnte nun wieder im Kader stehen. «Lucas wird heute mittrainieren, und dann schauen wir morgen, ob es geht», sagte Bosz am Mittwoch.

Gleichzeitig auflaufen würde das Duo nicht. Dass beide zur Verfügung stehen, wäre aber vor allem wegen der Belastungsverteilung wichtig. Bei Schick bestehe «immer noch ein Risiko», erklärte Bosz, «deshalb nehmen wir ihn auch immer früher runter, wenn es geht». Doch Alario ist nominell der einzige weitere Mittelstürmer im Kader.

Für Schick, der auch das Hinspiel verpasste, wird es in jedem Fall «ein spezielles Spiel». Der 24-Jährige ist in Prag geboren, doch er ist in der Jugend bei Slavias Erzrivale Sparta groß geworden. «Ich bin schon immer ein Sparta-Anhänger gewesen», sagte Schick: «Da wird die Rivalität sicherlich hochkochen.»

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