Schulen
NRW startet Schul-Versuch für musikalische Exzellenz

Schüler mit besonderem musikalischen Talent werden oft erst spät entdeckt und zu wenig gefördert - auch weil Fachkräfte an den Schulen fehlen. NRW will im neuen Schuljahr mit Musikprofil-Schulen ein Ausrufezeichen setzen.

Sonntag, 03.01.2021, 08:50 Uhr aktualisiert: 03.01.2021, 09:02 Uhr
Ein leerer Klassenraum.
Ein leerer Klassenraum. Foto: Sina Schuldt

Düsseldorf (dpa/lnw) - Musikalisch begabte Kinder und Jugendliche sollen künftig in Nordrhein-Westfalen an sogenannten Musikprofil-Schulen besser gefördert werden. Im kommenden Schuljahr soll dazu ein Versuch starten. «Mit dem Schulversuch NRW-Musikprofil-Schule wollen wir junge musikalische Talente entdecken und fördern, damit sie ihre Begabungen voll entfalten können», sagte Schulministerin Yvonne Gebauer ( FDP ) der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.»

Junge Talente sollen durch das neue Angebot bis hin zum Exzellenz-Niveau gefördert werden. Ihre besondere musikalische Laufbahn soll mit einer optimalen allgemeinen Schulausbildung verknüpft werden. In Kürze werde bekannt gegeben, welche Schulen das Label «NRW-Musikprofil-Schule» erhalten und nach landesweit verbindlichen Qualitätskriterien an dem Modellversuch teilnehmen dürfen.

Die ersten Schüler sollen zum kommenden Schuljahr aufgenommen werden. Nach fünf weiteren Durchgängen läuft das Projekt nach dem Schuljahr 2026/27 zunächst aus. Zugangsvoraussetzung ist ein Eignungstest mit Kompetenzerhebungen in den Bereichen Rhythmik, Gehör, Stimme und Instrument. Die teilnehmenden Schulen müssen aber ein Programm mit musischem Schwerpunkt für alle entwickeln und zusätzlich ein Spezial-Profil für die besonders Begabten. Dabei haben sie sicherzustellen, dass auch geeignete, aber gemeindefremde Kinder bei der Auswahl berücksichtigt werden können.

CDU und FDP hatten in ihrem Koalitionsvertrag postuliert, nicht nur leistungsschwächere Schüler bestmöglich zu unterstützen, sondern auch «besonders begabte Kinder zu fördern und diesen einen auf sie zugeschnittenen individuellen Bildungsweg zu ermöglichen». Das Schulministerium erhofft sich durch die frühe systematische Förderung auch Einfluss auf die spätere Berufswahl, um «dem bestehenden Mangel an Musik-Lehrkräften entgegenzuwirken».

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