Bundestag
Stamp begrüßt mehr Kinderkrankentage: Nachbesserungsbedarf

Düsseldorf (dpa/lnw) - Nordrhein-Westfalens Familienminister Joachim Stamp (FDP) hat die vom Bundestag beschlossene Verdoppelung der Kinderkrankentage für Eltern begrüßt, sieht aber bereits Nachbesserungsbedarf. Die Regelung müsse auch für die Kindertagespflege gelten, sagte Stamp am Donnerstag. Dies habe Bundesministerin Franziska Giffey (SPD) ausdrücklich zugesagt.

Donnerstag, 14.01.2021, 17:24 Uhr aktualisiert: 14.01.2021, 17:31 Uhr
Joachim Stamp (FDP, Kinder- und Familienminister, gestikuliert.
Joachim Stamp (FDP, Kinder- und Familienminister, gestikuliert. Foto: Rolf Vennenbernd

Kritisch sehe er auch, dass Beamte, Selbstständige und Freiberufler in der Regelung der Bundesregierung «leider nicht berücksichtigt» seien. Die NRW-Landesregierung suche daher derzeit nach Lösungen, damit alle erwerbstätigen Eltern von betreuungspflichtigen Kita- und Schulkindern entlastet würden.

Eltern, die wegen der Corona-Einschränkungen an Kitas und Schulen nicht zur Arbeit gehen können, dürfen für die Zeit zu Hause in diesem Jahr auch die sogenannten Kinderkrankentage einsetzen, um zu große Einkommenseinbußen zu verhindern. Der Bundestag beschloss am Donnerstag, die Zahl der Krankentage pro Elternteil von 10 auf 20 zu verdoppeln. Alleinerziehende erhalten 40 statt der üblichen 20 Tage. Der Bundesrat will am Montag in einer Sondersitzung darüber beraten. Die Regelung soll dann rückwirkend zum 5. Januar gelten.

Stamp führte es auf die Initiative der schwarz-gelben NRW-Koalition zurück, dass die zusätzlichen Kinderkrankentage auch dann gelten, wenn die Einrichtung nicht geschlossen sei, aber an die Eltern appelliert werde, die Kinder nicht betreuen zu lassen. Das ist in NRW der Fall. Anders als die Schulen bleiben die Kitas in NRW im derzeitigen Lockdown geöffnet, bieten aber einen geringeren Betreuungsumfang an.

Kinderkrankengeld zahlt die gesetzliche Krankenkasse normalerweise, wenn Eltern wegen der Pflege eines kranken, unter 12-jährigen Kindes nicht arbeiten gehen können. Es beträgt 90 Prozent des Nettoverdienstes.

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