Gesundheit
NRW legt Hälfte der Biontech-Dosen für zweite Spritze zurück

Düsseldorf (dpa) - Nordrhein-Westfalen legt im Unterschied zu Bayern aus jeder Impfstoff-Lieferung von Biontech weiterhin die Hälfte für die zweite Impfdosis an die Erstgeimpften zurück. «Um eine hohe Wahrscheinlichkeit der Immunisierung von geimpften Personen gewährleisten zu können, ist eine Sicherstellung der Verabreichung einer zweiten Impfdosis essenziell», sagte ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Aus diesem Grund verfolge NRW die Strategie, 50 Prozent für die zweite Dosis einzubehalten. Dieses Vorgehen stütze sich auch auf Aussagen des Bundesgesundheitsministeriums und von Biontech.

Freitag, 15.01.2021, 18:44 Uhr aktualisiert: 15.01.2021, 18:52 Uhr
Eine Mitarbeiterin eines Impfteams überprüft vor Beginn der Corona-Impfungen eine Spritze mit dem Impfstoff.
Eine Mitarbeiterin eines Impfteams überprüft vor Beginn der Corona-Impfungen eine Spritze mit dem Impfstoff. Foto: Thomas Frey

Bayern wollte zunächst künftig beim Biontech/Pfizer-Impfstoff - bis auf eine gewisse Reserve - nicht mehr für jeden Erstgeimpften die Dosis für die nötige zweite Impfung zurücklegen. «Das Ziel ist, möglichst schnell möglichst viel zu impfen, und da wollen wir alle Chancen nutzen», hatte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Vortag erklärt.

Nach Meldungen über Lieferprobleme beim Corona-Impfstoff von Pfizer wegen des Umbaus eines Werks in Belgien bleibt der Freistaat nach Angaben aus dem Ministerium nun zunächst doch dabei, bei jeder Erstimpfung die Dosis für die nötige zweite Impfung zurückzulegen. Ziel sei nach wie vor, möglichst viel und möglichst schnell zu impfen, hieß es. Entscheidend seien aber Zuverlässigkeit und Planbarkeit der Impfstoff-Lieferungen. Die geplanten Zweitimpfungen bei Menschen in Bayern sind laut Gesundheitsministerium nicht in Gefahr. Bayern verfüge aktuell über eine Reserve von rund 100 000 Corona-Impfstoffdosen, teilte ein Ministeriumssprecher in München mit.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen sind seit dem Start am 27. Dezember mehr als 229 000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Das geht aus den Daten des Gesundheitsministeriums mit dem Meldestand von Donnerstag hervor. Die Impfungen der zweiten Dosis sollen nach den bisherigen Ministeriumsangaben ab der kommenden Woche starten. Es dauere dann etwa zehn bis vierzehn Tage, bis sich der Impfschutz nach der zweiten Spritze vollständig aufgebaut habe.

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