Gesundheit
Termin-Garantie nach Ansturm - Laumann verteidigt Corona-Impfstrategie

Der Andrang auf die Corona-Impftermine ist riesig. In NRW will Gesundheitsminister Laumann mit einer Versorgungsgarantie zur Entspannung der Lage beitragen.

Dienstag, 26.01.2021, 18:52 Uhr aktualisiert: 26.01.2021, 20:07 Uhr
Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, spricht während einer Pressekonferenz.
Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Federico Gambarini

Die Leitungen laufen weiterhin heiß: Rund 275 000 über 80-Jährige in Nordrhein-Westfalen – und damit mehr als jeder vierte – hatten am Dienstagnachmittag bereits einen Termin für ihre Corona-Impfung aus­gemacht. Dass bei einem solchen Ansturm seit Montagmorgen teils lange Warte­zeiten am Telefon anfielen und die Online-Terminvergabe überlastet war, bezeichnete NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Dienstag in Düsseldorf als „erwartbar“.

Er habe Verständnis dafür, wenn Menschen frustriert oder sauer sind, aber die Probleme seien zum einen temporärer Natur und zum anderen aufgrund der schieren Menge der Anfragen unvermeidbar gewesen. „Selbst das beste System kann nicht beliebig viele Anfragen verarbeiten“, betonte Laumann. Man habe bereits versucht, durch die Vergabe verschiedener Telefonnummern für Westfalen-Lippe und das Rheinland Vorkehrungen zu treffen.

70.000 Impfdosen pro Woche für Erstimpfungen

Eine weitere Entzerrung der Terminvergabe sei aber rechtssicher nicht möglich gewesen. „Damit schaffen Sie neue Ungerechtigkeiten. Nach welchen Kriterien sollen wir das machen? Es darf keine politische Entscheidung sein, wer zuerst geimpft wird“, sagte der Gesundheitsminister. Deshalb vergebe man die Termine streng nach der von der Ständigen Impfkommission vorgeschlagene Reihenfolge.

In den kommenden Wochen stehen für NRW rund 70.000 Impfdosen pro Woche für Erstimpfungen zur Ver­fügung. Wollen sich alle über 80-Jährigen immunisieren lassen, dauert das etwa 14 Wochen. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern, in denen Termine immer nur für die jeweils folgende Woche verfügbar sind, sollen in NRW die Berechtigten aber bereits in den kommenden Tagen alle einen Impftermin vereinbaren können. Wenn Impfwillige im Internet bislang nur einen Ersttermin ausmachen konnten, sollen sie das im Impfzentrum ansprechen – vor Ort bekommen sie einen zweiten. Auch die Vereinbarung eines Termins für mehrere Mit­glieder eines Haushalts mit nur einer E-Mail-Adresse soll bald freigeschaltet werden.

 

Impf-Vergabe in NRW: Das müssen Sie jetzt wissen

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  • Am diesem Montag werden in Nordrhein-Westfalen die ersten Impftermine für die zu Hause lebenden über 80-Jährigen vergeben. In den 53 Impfzentren soll dann ab dem 8. Februar geimpft werden. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat die Bevölkerungsgruppe aufgerufen, sich impfen zu lassen.

    Foto: picture alliance/dpa | Felix Kästle
  • Wie bekomme ich einen Termin?

    Am besten online unter der Internetadresse www.116117.de . Erst ab 8.00 Uhr soll dies am Starttag möglich sein, nicht vorher. Von da an soll die Online-Terminvergabe aber rund um die Uhr möglich sein. Im Rheinland sollen die Bürger auch unter termin.coronaimpfung.de einen Termin vereinbaren können.

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  • Kann ich auch telefonisch einen Termin vereinbaren?

    Ja. Wer im rheinischen Teil von NRW lebt, soll die kostenfreie Rufnummer 0800 116 117 01 wählen, Menschen in Westfalen die ebenfalls kostenfreie Rufnummer 0800 116 117 02. Die Leitungen sind von 8.00 Uhr bis 22.00 Uhr besetzt. Alle Anrufe werden in einem virtuellen Call-Center bearbeitet, dessen mehr als 1200 Mitarbeiter aus Infektionsschutzgründen von zu Hause aus arbeiten.

    Foto: Christin Klose/dpa
  • Soll ich es lieber online oder telefonisch versuchen?

    Online, meint der Minister. Wenn man sich das nicht zutraue, „fragen Sie Ihr Enkelkind oder Ihre Kinder oder Ihre Nachbarn“, appellierte Laumann. Doch Achtung: „Falls Angehörige Ihre Anmeldung übernehmen, bitte unbedingt Doppelbuchungen vermeiden“, warnt das Ministerium.

    Foto: Marijan Murat/dpa
  • Muss ich mit Wartezeiten schon bei der Terminvergabe rechnen?

    Auf jeden Fall. Die für die Impfungen in den Zentren zuständigen Kassenärztlichen Vereinigungen rechnen mit Problemen - sowohl online als auch telefonisch. „Jeder Impfwillige wird drankommen, aber es ist Geduld gefragt“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), Dirk Spelmeyer.

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  • Muss ich mich am Telefon beeilen, wenn ich durchkomme?

    Nein. „Grundsätzlich soll jeder Anrufer genügend Zeit bekommen, einen Termin zu vereinbaren.“ Eine exakte Aufnahme der Daten sei für das Gelingen der Impfung unerlässlich, betonen die Verantwortlichen.

    Foto: Marijan Murat/dpa
  • Muss ich selbst anrufen, oder kann das auch ein anderer für mich machen?

    Die Terminvereinbarung können auch Angehörige oder Vertrauenspersonen übernehmen.

    Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
  • Was brauche ich für die telefonische Terminvereinbarung?

    Wer am Telefon einen Impftermin vereinbart, hält am besten Stift und Papier bereit, um die Daten zu notieren. Achtung: Es werden zwei Termine im Abstand von etwa drei Wochen vergeben. Den ersten für die Erstimpfung, den zweiten für die zweite Impfung. Erst die zweite Impfung gewährleistet den Impfschutz.

    Foto: Mary Altaffer/AP/dpa
  • Ich habe noch keinen Info-Brief bekommen. Kann ich trotzdem schon einen Termin vereinbaren?

    Ja. Das Ministerium hat betont, dass auch ohne Brief ein Termin vereinbart werden kann.

    Foto: Arne Dedert/dpa Pool/dpa
  • Kann ich ab dem 8. Februar auch einfach so ohne Termin zu einem Impfzentrum gehen?

    Nein. Eine Impfung in den jeweiligen Zentren ist nur mit Termin möglich, betont das Ministerium.

    Foto: Arne Dedert/dpa
  • Ich bin noch keine 80 Jahre alt. Kann ich trotzdem schon einen Termin vereinbaren?

    Nein. Einen Impftermin vereinbaren können zunächst nur Menschen ab 80 Jahren, die zu Hause leben.

    Foto: Arne Dedert/dpa

 

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