Kirche
Welle von Kirchenaustritten in Köln

Köln (dpa/lnw) - In Köln wollen derzeit besonders viele Menschen aus der Kirche austreten. Die Zahl der Online-Terminbuchungen für Kirchenaustritte sei deshalb aufgestockt worden, sagte am Donnerstag ein Sprecher des Amtsgerichts. Nach dem ersten Lockdown seien es zunächst etwa 600 bis 650 Termine im Monat gewesen, abhängig von der Zahl der Werktage. Diese Termine seien jedoch mit einer solchen Geschwindigkeit weggegangen, dass man sich entschieden habe, zusätzlich 100 Termine pro Woche einzuführen.

Donnerstag, 28.01.2021, 12:04 Uhr aktualisiert: 28.01.2021, 12:12 Uhr
Ein Kreuz ist auf einer Kirchturmspitze zu sehen.
Ein Kreuz ist auf einer Kirchturmspitze zu sehen. Foto: Friso Gentsch

Dadurch komme man jetzt auf etwa 1000 Termine im Monat. Die Termine für Februar und März seien schon wieder alle ausgebucht, sagte der Sprecher. Nächsten Montag wird der April freigeschaltet. Zuvor hatte der « Kölner Stadt-Anzeiger » über die Austrittswelle berichtet. Möglicherweise steht die Entwicklung im Zusammenhang mit der derzeitigen Krise im Erzbistum Köln, wo Kardinal Rainer Maria Woelki seit Monaten ein Missbrauchsgutachten wegen rechtlicher Bedenken zurückhält. Auch andere katholische Bischöfe haben dies scharf kritisiert.

Nach einem Bericht des «Kölner Stadt-Anzeiger» haben sich 34 Kölner Pfarrer in einem Brief an Woelki gewandt. Die Geistlichen konstatierten darin «breites Unverständnis» über die Kommunikation des Erzbistums und beklagen Vertrauensverlust. Deutlich werde «eine sich ausbreitende Atmosphäre des Misstrauens, der Verdächtigung und des resignativen Rückzugs». Die Priester fordern schonungslose Transparenz und Aufklärung: «Die Übernahme von persönlicher Verantwortung einerseits sowie die Übernahme von systematischer Verantwortung andererseits können wirksame Zeichen der Umkehr und des Neuanfangs setzen.»

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