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Rhein-Hochwasser: Einstellung von Schifffahrt erst Mittwoch

Hochwasserbedingt werden wohl ab Mittwoch keine Schiffe mehr auf dem Rhein in Köln fahren dürfen. Der Pegelhöchststand wird dann am Freitag erwartet. Drei bis vier Tage könnte sich der Scheitel halten. Ungewöhnlich ist das Hochwasser zu dieser Jahreszeit nicht.

Dienstag, 02.02.2021, 17:15 Uhr aktualisiert: 02.02.2021, 17:22 Uhr
Eine Markierung zeigt den Wasserstand des Rhein an.
Eine Markierung zeigt den Wasserstand des Rhein an. Foto: Fabian Strauch

Köln/Duisburg (dpa/lnw) - Das Tauwetter und die Regenfälle der vergangenen Tage sorgen weiter für steigende Rheinpegel. Die Kölner Hochwasserschutzzentrale rechnete am Dienstag damit, dass der Pegelstand in Köln am Mittwochmorgen um 06.00 Uhr bei 8,33 Metern liegt - die Genauigkeit der Vorhersage bewege sich in einer Spanne von fünf Zentimetern. Wegen erwarteter Niederschläge im gesamten Rheineinzugsgebiet erwarten die Experten, dass «der Kölner Pegel mehrere Tage auf diesem Niveau verweilen wird». Mit einem Fallen des Wasserstandes wird dann ab Anfang nächster Woche gerechnet.

Ab einem Pegelstand von 8,30 Metern dürfen keine Schiffe mehr auf dem Rhein fahren. Die Höhe unter den Rheinbrücken wird dann zu gering. Mit dem Verbot soll auch vermieden werden, dass Deiche durch die von den Schiffen verursachten Wellen beschädigt werden. Am späten Dienstagnachmittag lag der Pegelstand in Köln bei 8,23 Metern.

Rheinabwärts in Duisburg ist das Erreichen der sogenannten Hochwassermarke II derweil nicht in Sicht. Das Landesumweltamt rechnete am Pegel Duisburg-Ruhrort für Samstag mit einem Höchststand zwischen 9,60 und 9,90 Metern. Die Hochwassermarke II liegt dort bei 11,30 Metern. In Köln sagten die Experten für Freitag einen Höchststand zwischen 8,40 und 8,70 Metern voraus.

Der Pegelstand wird eine Zeit lang auf hohem Niveau bleiben. Jan Böhme vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein in Duisburg sprach am Dienstag von einem «langgezogenen Scheitel», der sich drei bis vier Tage halten könne. Das aktuelle Hochwasser nannte er «überhaupt nicht ungewöhnlich». Statistisch gesehen trete es in dieser Größenordnung alle zwei bis fünf Jahre auf.

Die Städte und Gemeinden am Rhein hatten sich bereits in den vergangenen Tagen auf das Hochwasser vorbereitet. Parkplätze in Rheinnähe wurden gesperrt und dort stehende Fahrzeuge abgeschleppt. Im Kölner Stadtteil Rodenkirchen waren bereits vergangene Woche Schutzwände aufgebaut worden. «Es läuft alles planmäßig», sagte die stellvertretende Leiterin der Kölner Hochwasserschutzzentrale, Marlene Willkomm, am Dienstag. Die nächste Lagebesprechung sei für Donnerstag angesetzt.

Die Pegelstände waren am Wochenende stark gestiegen. Die Hochwassermarke I, ab der erste Einschränkungen für die Schifffahrt gelten, war in Köln am Samstag überschritten worden. Schiffe dürfen seitdem zwischen Niederkassel-Mondorf und Köln-Worringen nur noch mit verminderter Geschwindigkeit und im mittleren Stromdrittel fahren.

In Rheinland-Pfalz ist die Schifffahrt auf dem Rhein laut der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt in Bonn über weite Strecken bereits verboten. Am Dienstag war die Hochwassermarke II an den Pegeln Maxau, Speyer, Bingen und Koblenz, Andernach und Oberwinter überschritten.

© dpa-infocom, dpa:210202-99-264138/6

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