Prozesse
Krefelderin aus Kofferraum befreit: Ehemann vor Gericht

Krefeld (dpa/lnw) - Im Prozess um eine schwer verletzt aus einem Kofferraum befreite Frau in Krefeld hat deren Ehemann ein Teilgeständnis abgelegt. Zugleich entschuldigte sich der 54-Jährige am Freitag beim Prozessauftakt am Amtsgericht Krefeld. Er ist wegen Freiheitsberaubung und schwerer Körperverletzung angeklagt.

Freitag, 05.02.2021, 16:36 Uhr aktualisiert: 05.02.2021, 16:40 Uhr
Zwei Hände sind in Polizeihandschellen gefesselt.
Zwei Hände sind in Polizeihandschellen gefesselt. Foto: Uli Deck

Im September hatte eine Passantin auf einem Parkplatz in Krefeld-Fischeln Klopfgeräusche gehört und das Opfer entdeckt. In der Folge hatte eine Spezialeinheit der Polizei die vier gemeinsamen Kinder aus der Wohnung des Paares geholt.

Laut Anklage hatte der Busfahrer seine 33-jährige Frau am 18. September nach einem Wortgefecht zunächst geschlagen und getreten. In der Nacht zum 19. September soll er dann stundenlang weiter auf die vierfache Mutter eingeprügelt haben.

Diese Vorwürfe bestritt der Familienvater allerdings: Er habe sich zwar mit seiner Frau gestritten, sie aber nicht geschlagen. Anlass sei ein Streit um Geld gewesen. Seine Frau habe ihm gedroht, ihn zu verlassen und mit den Kindern in ein Frauenhaus zu ziehen.

Unter einem Vorwand habe er seine Frau dazu gebracht, zu ihm ins Auto zu steigen. «Ich wollte mit ihr zu einem Freund fahren, der den Streit schlichten sollte», sagte der 54-Jährige.

Bei der Polizei hatte die Frau geschildert, dass ihr Mann sie in den Kofferraum gestoßen und gefesselt habe. Mit einem Schraubenschlüssel habe er dann auf sie eingeschlagen und versucht, ihr eine Plastiktüte über den Kopf zu ziehen.

Diese Vorfälle im Auto gab der Angeklagte am Freitag zu. Er sei außer sich gewesen und habe nicht gewusst, was er tat, erklärte sein Verteidiger.

Die Suche nach dem 54-Jährigen war zunächst erfolglos. Er wurde erst einen Tag später in Krefeld festgenommen. Er war zu Fuß unterwegs und leistete nach Polizeiangaben keinen Widerstand.

Das Ehepaar soll sich nach Gerichtsangaben inzwischen getrennt haben. Das Opfer sollte am Freitag als Zeugin gehört werden, verweigerte aber die Aussage. Zudem widersprach die 33-Jährige der Verwertung ihrer Aussage bei der Polizei. Ihr Ehemann nutzte die Gelegenheit und entschuldigte sich bei ihr: «Es tut mir leid.»

© dpa-infocom, dpa:210205-99-319970/2

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