Kriminalität
Betrug mit Versicherungen: Staatsanwalt erhebt Anklage

Münster (dpa/lnw) - Gegen drei Männer, die sich in betrügerischer Weise Lebens- und Rentenversicherungen von Dritten auszahlen lassen haben sollen, hat die Staatsanwaltschaft Münster Anklage erhoben. 

Donnerstag, 11.02.2021, 12:15 Uhr aktualisiert: 11.02.2021, 12:45 Uhr
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener

Es besteht der Verdacht des gewerbs- und bandenmäßigen Betruges, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte. Demnach sollen sich Ende 2015 ein 54-Jähriger aus Dülmen, ein 53-Jähriger aus Bocholt und ein Rechtsanwalt und Steuerberater (53) aus dem Kreis Wesel dazu zusammengetan haben. Den Versicherungsnehmern war vorgegaukelt worden, dass zu Unrecht erhobene Abschluss- und Verwaltungsgebühren von den Versicherungen zurückgefordert werden können. Dazu unterschrieben sie Maklerverträge und Vollmachten blanko.

Einigen Opfern war versichert worden, dass die ausgezahlten Versicherungssummen in hochspekulative Geldanlagen geflossen seien. Der Anklage gingen zweijährige Ermittlungen der Polizei in Wesel voraus. Angeklagt sind 67 Fälle mit einem Gesamtschaden von 1,5 Millionen Euro. Die Taten erstreckten sich von 2015 bis 2020. Der angeschuldigte Rechtsanwalt war ab dem Jahr 2018 nicht mehr beteiligt.

Die Männer haben die Taten eingeräumt, sehen aber keine strafbaren Handlungen. Der Rechtsanwalt gab an, offene Honorarforderungen des Mannes aus Bocholt mit Beträgen aus den Versicherungsleistungen verrechnet zu haben. Die Männer aus dem Münsterland sitzen seit September 2020 in Untersuchungshaft. Das Landgericht Münster muss über Zulassung der Anklage entscheiden.

© dpa-infocom, dpa:210211-99-396442/2

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