Zurück in NRW
Kein Tier spaltet die Gesellschaft so wie der Wolf

Er ist wieder da – und spaltet die Gesellschaft, wie er es immer getan hat, in zwei kaum versöhnliche Lager. Das eine ist für den Wolf. Und das andere will, dass er so schnell wie möglich wieder verschwindet. Von Annegret Schwegmann
Samstag, 27.02.2021, 17:20 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 27.02.2021, 17:20 Uhr
Ein Wolf kann bis zu 1500 Kilometer wandern, ohne einem einzigen Menschen aufzufallen.
Ein Wolf kann bis zu 1500 Kilometer wandern, ohne einem einzigen Menschen aufzufallen. Foto: dpa
In Kroatien hat Dr. Matthias Kaiser die ersten beiden Wölfe seines Lebens gesehen. Der Fachbereichsleiter im Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz stand am Rande eines Waldes neben einem Kollegen der kroatischen Straßenbauverwaltung. 30 Meter trennte sie von den Wölfen, die ihre Witterung bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht aufgenommen hatten. Der Kollege erwies sich als ruhiger Kenner der wilden Tiere: „Er trat einen Schritt nach vorn und machte sich mit Klatschen bemerkbar.“ Die Wölfe verschwanden. Glück gehabt? Für Kaiser stellt sich diese Frage nicht. „Ein Angriff ist unwahrscheinlich.“ Wölfe sind scheu. Sie ziehen sich zurück – vorsichtig und ver­blüffend bedächtig. Seit 2009 ist der Landschaftsökologe im Landesamt für den kompletten Artenschutz verantwortlich und damit für ein Paket an Sorgen, das immer schwerer wiegt. Insekten­sterben, Vogelschutz, aussterbende Arten und seit wenigen Jahren nun auch der Wolf, der einen immer größeren Anteil von Kaisers Arbeit einnimmt. Was zweifellos auch am Ruf des Wolfes liegt: Kaum ein anderes Raubtier polarisiert so sehr wie er. Man ist für oder gegen ihn.
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