Landtag
Laschet hält an Olympia fest: «Will für Bewerbung kämpfen»

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will den Traum von Olympia in Nordrhein-Westfalen am Leben erhalten. Mit historischem Gespür sei auch eine Bewerbung für die Spiele 2036, 100 Jahre nach Nazi-Olympia in Berlin, möglich.

Mittwoch, 03.03.2021, 13:45 Uhr aktualisiert: 03.03.2021, 13:50 Uhr
Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht im Landtag.
Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht im Landtag. Foto: Federico Gambarini

Düsseldorf (dpa/lnw) - Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet ( CDU ) hält an der Idee von Olympia an Rhein und Ruhr fest. «Ich will für diese Bewerbung weiter kämpfen», sagte er am Mittwoch in einer Aktuellen Stunde des Düsseldorfer Landtags zur Entscheidung des IOC , ausschließlich mit dem australischen Brisbane über die Ausrichtung der Spiele im Jahr 2032 zu verhandeln.

Auch Spiele in NRW im Jahr 2036, genau 100 Jahre nach Olympia in Berlin, hält der CDU-Vorsitzende für möglich. Einfach zu sagen, «36 geht auch nicht, weil Nazi-Spiele, das ist mir etwas zu wenig». Gerade 100 Jahre nach den Spielen in Berlin wäre es ein Signal, mit Olympia «in die multikulturellste Region in ganz Europa» zu gehen. Eine mögliche Bewerbung für das Jahr 2036 erfordere «historisches Gespür».

Laschet kritisierte die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). «Das IOC hat sich aus mir unerfindlichen Gründen - ohne Fristsetzung, ohne offenen Wettbewerb - dazu entschieden, eine einzige Bewerbung zu bevorzugen», sagte der Ministerpräsident. «Nachhaltigkeit und Transparenz» seien jedenfalls nicht die Hauptmotivation des IOC gewesen. NRW werde sein Angebot für die Ausrichtung der Spiele 2032 aufrecht erhalten und abwarten, wie der Dialog des IOC mit Brisbane ausgehe.

Gegen eine deutsche Bewerbung für die Spiele im Jahr 2036 gibt es bei vielen Vorbehalte. Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), Alfons Hörmann, hatte gesagt, ihm fehlten «Vorstellungskraft und Fantasie, wie man Spiele 2036 umsetzen kann». Es gebe aber auch viele Menschen im DOSB, die das anders bewerteten.

Auch der SPD-Faktionschef im NRW-Landtag, Thomas Kutschaty, ist gegen eine Bewerbung aus Deutschland für 2036. Das sei für Deutsche «ein verdammt problematisches Jahr», um Austragungsort für Olympische Spiele zu werden. 100 Jahre nach den Nazi-Spielen, die Wettbewerbe nach Deutschland holen zu wollen, sei «geschichtsvergessen».

Kutschaty warnte davor, parallel zur Bundestagswahl im September eine Bürgerbefragung zu Olympia anzusetzen. Das Feuer der Olympiabegeisterung brenne nach der IOC-Entscheidung in NRW nicht besonders. Ein negatives Ergebnis der Befragung würde «Großveranstaltungen dieser Art für Jahrzehnte verbauen».

Der AfD-Abgeordnete Andreas Keith sagte, die absehbar gescheiterte Olympia-Bewerbung habe einen «sportpolitischen Scherbenhaufen» hinterlassen. «Der Traum von Olympia ist zu einem Alptraum geworden.» Eine Bürgerbefragung hätte deutlich früher angesetzt werden müssen. Grünen-Fraktionschefin Josefine Paul forderte eine «ehrliche Aufarbeitung» der Gründe für die gescheiterte Bewerbung. Sonst drohe eine «dauerhafte Absage an Olympische Spiele an Rhein und Ruhr». Der FDP-Sprecher für Sport, Andreas Terhaag, sagte auch Paris habe mehrere Anläufe nehmen müssen, bis die Olympia-Bewerbung geklappt habe. Auch NRW dürfe nicht aufgeben.

© dpa-infocom, dpa:210303-99-668102/3

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