Agrar
Weiterer Geflügelpestverdacht bestätigt: Sperrbezirke

Gleich zwei bestätigte Ausbrüche der Geflügelpest im Regierungsbezirk Detmold treffen Landwirte wie Hobbyhalter schwer. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Tierseuche wurden nun verschärft.

Donnerstag, 04.03.2021, 19:10 Uhr aktualisiert: 04.03.2021, 19:22 Uhr
Ein Schild weist einen Geflügelpest-Sperrbezirk aus.
Ein Schild weist einen Geflügelpest-Sperrbezirk aus. Foto: Stefan Sauer

Versmold/Gütersloh (dpa/lnw) - Nach der nun zweiten Bestätigung eines Ausbruchs von Geflügelpest im Regierungsbezirk Detmold ruft das Landwirtschaftsministerium alle Geflügelhalter zur «höchsten Achtsamkeit» auf. Rund um die betroffenen Betriebe wurden Sperrgebiete eingerichtet. Das Friedrich-Loeffler-Institut habe als zuständige Behörde das hochansteckende Vogelgrippe-Virus (Influenza-A-Virus vom Subtyp H5N8) sowohl bei inzwischen getöteten 20 000 Enten in einem Mastbetrieb in Versmold als auch in einer Hobbyhaltung im Kreis Paderborn nachgewiesen, teilte das nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerium am Donnerstag mit. Aus dem Kreis Minden-Lübbecke werde eine weitere Verdachtsmeldung noch untersucht.

«Die Ausbrüche der Geflügelpest treffen die hiesige Geflügelwirtschaft schwer», sagte der zuständige Staatssekretär Heinrich Bottermann laut Mitteilung. Das nachgewiesene Virus sei «sehr aggressiv». «Erkrankte Tiere zeigen schwere Symptome und verenden zahlreich», so Bottermann. Eine weitere Ausbreitung des Seuchengeschehens könne nicht sicher ausgeschlossen werden, aber man tue das Möglichste, hieß es weiter in der Mitteilung.

Unter anderem mit Sperrbezirken im Umkreis von drei Kilometern um die betroffenen Betriebe sollen weitere Ansteckungen verhindert werden. In den Bereichen gelten besonders strenge Auflagen für Nutzgeflügelhalter. So dürfen nach Angaben des Kreises Gütersloh dort beispielsweise weder Tiere noch ihre Produkte transportiert werden, die Ställe müssen gegen unbefugtes Betreten gesichert werden. Etwas weiter gefasst sind die Beobachtungsgebiete im Umkreis von zehn Kilometern. Auch hier gelten verschärfte Hygieneauflagen und Transportverbot. Im Kreis Gütersloh betreffe das zur Zeit rund 500 Geflügelhalter, hieß es in einer Mitteilung des Kreises. Im enger gefassten Sperrgebiet werden zudem die Tierbestände aller 60 Geflügelbetriebe klinisch untersucht.

Bereits am Mittwoch hatte der Kreis Paderborn nach einem bestätigten Fall von Geflügelpest in einer Hobby-Geflügelzucht die Maßnahmen rund um den Hof verschärft. Hier reicht die Beobachtungszone bis in den Hochsauerlandkreis. Geprüft wird Angaben des Landesumweltministeriums noch ein Verdachtsfall im Kreis Minden-Lübbecke.

Zur Eindämmung der Tierseuche müssen außerdem im gesamten Regierungsbezirk Detmold weiterhin Hühner, Puten und Co. im Stall bleiben. Auch Hobbyhalter müssen aufgrund der derzeitigen Seuchenlage täglich die Geflügelbestände kontrollieren. Legen die Tiere weniger Eier oder sterben mehr als zwei Prozent des Bestandes innerhalb von 24 Stunden, muss unverzüglich das Veterinäramt eingeschaltet werden. Auch in Regionen ohne Stallpflicht seien Kontakte zu Wildvögeln zu verhindern, riet das Landwirtschaftministerium NRW. Vor allem im norddeutschen Raum seien Tausende Wildvögel an der noch kursierenden Variante der Geflügelpest verendet.

Die Infektionskrankheit, auch Vogelgrippe genannt, kommt vor allem bei Wasservögeln und anderen Vögeln vor. Bei intensivem Kontakt können sich auch Menschen anstecken. Eine Übertragung über infizierte Lebensmittel gilt aber als unwahrscheinlich. Die Geflügelpest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche und wird daher staatlich bekämpft.

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