Bau
Riesige Autobahnbrücke über die Lenne verschoben

Hagen (dpa/lnw) - Es ist vollbracht: Nach jahrelangen Bauarbeiten und Vorbereitungen ist die neue Lennetalbrücke auf der Autobahn 45 in ihre End-Position geschoben worden. Mittels Hydraulikkraft wurde das Bauwerk bei Hagen am Freitag auf riesigen Schlitten im Schneckentempo knapp 20 Meter von Behelfspfeilern auf die neuen Brückenstützen nach Osten gerückt.

Freitag, 05.03.2021, 16:36 Uhr aktualisiert: 05.03.2021, 16:42 Uhr
Betonpfeiler stehen zwischen zwei Brückenteilen der Lennetalbrücke.
Betonpfeiler stehen zwischen zwei Brückenteilen der Lennetalbrücke. Foto: Oliver Berg

«Mit Bauverfahren wie diesem können wir bauen, ohne zu sehr in den Verkehr einzugreifen», sagte Elfriede Sauerwein-Braksiek , Direktorin der Autobahn-Niederlassung Westfalen am Nachmittag. Schon im Morgengrauen startete die spektakuläre Aktion. Nach gut sechs Stunden saß die Brückenhälfte am Nachmittag auf den endgültigen Trägern. Die Technik könne beispielhaft für den Brückenbau in Deutschland sein, sagte Sauerwein-Braksiek.

Nach Angaben von Autobahn Westfalen war das Prozedere für eine Brücke dieser Größe bislang einmalig in Deutschland. Die tonnenschwere Last wurde im Tagesverlauf mit einem Tempo von rund drei Metern pro Stunde - für das bloße Auge kaum sichtbar - Zentimeter für Zentimeter auf Teflonplatten mit Spezialfett in ihre künftige Position gezogen. Die Brücke misst exakt 984,5 Meter und ist 30 000 Tonnen schwer. «Das ist dasselbe Prinzip wie bei der Küchenbratpfanne oder einem Schlitten, dessen Kufen man mit Speck einreibt für weniger Reibungsverluste», hatte der Projektleiter Michael Neumann zuvor erklärt.

Einmalig wird solch ein Vorhaben wohl nicht bleiben. 60 Talbrücken müssen an der Sauerlandlinie im Verantwortungsbereich der Niederlassung Westfalen in den nächsten Jahren neu gebaut werden - darunter spektakuläre Bauwerke wie die Siegtalbrücke. «Wir arbeiten hier zum Teil in beinahe alpinem Gelände, das erfordert schon bei der Planung einer Baustelle einen hohen Aufwand», so Sauerwein-Braksiek.

Bevor die rund 90 000 Fahrzeuge täglich über die neue Lennetalbrücke rollen können, sind weitere Arbeiten nötig. Die komplette Freigabe ist erst im Sommer geplant. Bis dahin wird der Verkehr auf der wichtigen Achse vom Ruhrgebiet durch das Sauerland auf verengten Fahrbahnen über den bereits neu gebauten Brückenteil für die Gegenrichtung geführt.

© dpa-infocom, dpa:210304-99-691414/4

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