Demonstrationen
Hunderte bei Ostermärschen in NRW trotz Corona

Hunderte Menschen kamen in diesem Jahr zu den Ostermärschen in NRW auf den Straßen zusammen - unter strengen Corona-Regeln. Ingesamt blieb es friedlich. Eine der Protest-Aktionen kam sogar fast ohne Polizeipräsenz aus.

Montag, 05.04.2021, 17:15 Uhr aktualisiert: 05.04.2021, 17:22 Uhr
Menschen mit Mund-Nasen-Bedeckung nehmen am Ostermarsch Rhein-Ruhr 2021 teil.
Menschen mit Mund-Nasen-Bedeckung nehmen am Ostermarsch Rhein-Ruhr 2021 teil. Foto: Bernd Thissen

Duisburg/Dortmund/Gronau (dpa/lnw) - Von Gronau und Jülich über Duisburg bis Dortmund: Die traditionellen Ostermärsche haben in diesem Jahr wieder auf der Straße stattgefunden. Insgesamt berichtet die Polizei dabei von friedlichen Demonstrationen und Kundgebungen. Gestartet waren die Proteste am Karfreitag in Gronau und Jülich.

Eine Fahrrad-Demonstration vor den Werkstoren der Urananreicherungsanlage Urenco im münsterländischen Gronau sei mit insgesamt etwa 130 Teilnehmern friedlich und coronakonform verlaufen, berichtete die örtliche Polizei auf Anfrage. Das Aktionsbündnis Gronau sprach von 150 Teilnehmern. Auf Transparenten forderten sie unter anderem: «Stopp Urenco».

Eine Protest-Aktion vor dem Forschungszentrum im rheinischen Jülich war mit etwa 20 Teilnehmern so klein, dass die Jülicher Polizei nach eigenen Angaben nur einen Bezirksbeamten abstellen musste. «Das war alles sehr ruhig», sagte ein Sprecher. Auf einem der wenigen Transparente sei gereimt worden: «Ob zivil oder militärisch - gegen die Atomkraft wehr' Dich.»

Am Samstag gab es in mehreren Städten Aktionen unter anderem gegen eine Erhöhung der Militärausgaben und den Einsatz von Drohnen im militärischen Bereich. Im Zentrum von Duisburg begann am Samstag der Ostermarsch Rhein-Ruhr, der am Montag mit einer Abschlusskundgebung in Dortmund endete. Unter dem Motto «Abrüsten statt Aufrüsten» hatten sich laut Veranstalter rund 250 Teilnehmer im Stadtzentrum getroffen. Zuvor hatte es bereits eine Auftaktkundgebung im Stadtteil Dorstfeld gegeben.

Der Ostermarsch Rhein-Ruhr ist die größte Veranstaltung der pazifistischen Bewegung in NRW an den Ostertagen. Der Marsch begann am Samstag mit einer Kundgebung in Dortmund, gefolgt von einer Fahrradetappe durch das Ruhrgebiet am Ostersonntag.

Die Veranstalter der Ostermärsche in NRW waren angesichts der Beschränkungen durch die Coronavirus-Pandemie zufrieden mit der Beteiligung. «Es war ein wichtiges Signal, dass die Ostermärsche überhaupt stattfinden konnten», sagte am Ostermontag Kristian Golla vom Bonner Netzwerk Friedenkooperative, dem Informationsbüro für die Ostermärsche. Im Jahr der Bundestagswahl wurden bei den Veranstaltungen unter anderem der Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag und ein Stopp von Rüstungsexporten gefordert. Auch lehnten die Ostermarschierer eine Erhöhung des Verteidigungshaushalts ab.

Wegen der Coronavirus-Pandemie fanden einige ursprünglich geplante Veranstaltungen nicht statt, für andere hatte die Polizei eine Obergrenze für Teilnehmer erlassen. Seit Karfreitag hatten sich insgesamt mehrere Tausend Menschen an den rund 20 Aktionen in NRW beteiligt. Unter anderem gab es Demonstrationen, Fahrradtouren und Andachten. Getragen wurden die Veranstaltungen von verschiedenen Parteien, örtlichen kirchlichen Gruppen, Friedensgruppen und den Klimaaktivisten von Fridays for Future. Der Ostermarsch Rhein-Ruhr, die größte der Aktionen, war am Karsamstag in Duisburg losgegangen.

© dpa-infocom, dpa:210405-99-91025/3

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