Denkmäler
Neue Rostschutzfarbe des Gasometers wird sichtbar

Oberhausen (dpa/lnw) - Der Gasometer in Oberhausen zeigt sich in neuem Glanz: Im Zuge aufwendiger Sanierungsarbeiten hat das riesige Wahrzeichen am Rhein-Herne-Kanal einen neuen vor dem Verfall schützenden Anstrich bekommen. Zur Zeit wird die riesige Plastikplane, die das mehr als 100 Meter hohe Gebäude während der Arbeiten komplett umhüllt hatte, Stück für Stück abgelassen. Mehr als die Hälfte des Gebäudes sei inzwischen wieder freigelegt, sagte Sprecher Dirk Böttger am Donnerstag.

Donnerstag, 08.04.2021, 13:31 Uhr aktualisiert: 08.04.2021, 13:42 Uhr
Der Gasometer Oberhausen wird von der untergehenden Sonne rötlich angestrahlt.
Der Gasometer Oberhausen wird von der untergehenden Sonne rötlich angestrahlt. Foto: Roland Weihrauch

Wo die PVC-Hülle bereits entfernt ist, kommt ein anderer Farbton als zuletzt zum Vorschein: Je nach Sonnenstand sei die Außenhülle nun «irgendetwas zwischen Aubergine und Grau-Braun». Dieser dunkle Grauton mit rötlicher Beimischung orientiere sich dabei am Originalfarbton, der 1949 beim Wiederaufbau des Gasometers verwendet wurde, sagte Böttger weiter. Zur Zeit steht noch das etwa 1000 Tonnen schwere Gerüst, das die 30 000 Quadratmeter Plane während der Schleifarbeiten seit vergangenem Sommer trug. 50 Arbeiter werden noch mehrere Wochen brauchen, um es abzubauen.

Die gigantische Plastikhülle war zum Schutz vor umherwirbelndem Farbstaub aufgebaut worden: Seither sind alle 14 Farbschichten der Außenhülle abgeschliffen worden, bevor der neue Korrosionsschutz aus vier Schichten aufgetragen wurde. Die Außenhülle drohte von Rost zerfressen zu werden. Auch im inzwischen erneuerten Fundament hatten sich Risse gebildet. Insgesamt sind für die Sanierung 14,5 Millionen Euro veranschlagt. Sie soll im Frühsommer abgeschlossen sein.

Europas einst größter Gasspeicher steht seit 1996 unter Denkmalschutz und ist ein weithin sichtbares Wahrzeichen der Region. Innen wird er als Ausstellungshalle mit zum Teil spektakulären Installationen genutzt. Die Aufbau-Arbeiten für die nächste Schau haben bereits begonnen, sagte Böttger. Unter dem Titel «Das zerbrechliche Paradies» soll - sofern die Pandemie es möglich mache - ab dem Sommer eine Ausstellung über die Schönheit der Natur und ihre Gefährdung durch den Menschen gezeigt werden.

© dpa-infocom, dpa:210408-99-127037/2

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